Risotto Grundrezept

Risotto

Risotto; ein Wohlfühlklassiker für die ganze Familie

Risotto ist eines dieser Gerichte, die immer funktionieren und sowohl bei Gästen, wie auch bei der Familie gut ankommen. Es braucht keine grosse Show, keine komplizierten Techniken und keine ausgefallenen Zutaten. Was zählt ist Zeit, Ruhe und ein bisschen Hingabe. Für mich ist Risotto ein echtes Wohlfühlessen, ein Familiengericht, das man sowohl pur als auch mit Pilzen oder saisonalem Gemüse geniessen kann. In diesem Beitrag findest du ein verlässliches Grundrezept, Hintergrundwissen, Tipps sowie Varianten, die du jederzeit nach Lust und Laune abwandeln kannst. So kannst du es sowohl als Alltagsgericht oder auch als feine Beilage bei speziellen Gelegenheiten auftischen.

Risotto Grundrezept
Risotto Grundrezept

Das Grundprinzip eines guten Risottos

Ein Risotto lebt von seiner Cremigkeit. Diese entsteht nicht durch Rahm, sondern durch die richtige Reissorte, das kontinuierliche Rühren und einen guten Mix aus Butter und Käse zum Schluss. Mein Weg zu einem klassischen Risotto ist einfach gehalten.:

  1. Zwiebeln oder für einen feineren Geschmack Schalotten andünsten
    Die Basis fast jedes Risottos sind fein gehackte Zwiebeln. Sie werden in etwas Öl oder Butter glasig gedünstet. Nicht zu heiss, nicht zu schnell, denn die Zwiebeln sollen weich werden, Geschmack entwickeln, aber keine Farbe annehmen.
  2. Reis glasig werden lassen
    Dann kommt der Risottoreis dazu. Durch dieses kurze Anschwitzen ummantelt das Fett jedes Reiskorn und sorgt dafür, dass der Reis später die Flüssigkeit gleichmässig aufnimmt. Er sollte leicht glänzen, wird dabei fast durchsichtig und wird daher „glasig“ genannt.
  3. Bouillon vorbereiten
    Ein entscheidender Schritt: Die Bouillon sollte heiss sein, wenn sie zum Reis kommt. So unterbrichst du den Garprozess nicht und der Reis gart gleichmässig.
  4. Mit Weisswein ablöschen
    Viele Risotto‑Rezepte beginnen mit einem Schuss Weisswein zum Ablöschen.
    Ich lasse diesen Schritt bewusst weg. Das Ergebnis: ein besonders mildes, rundes Risotto, das auch Kinder lieben. Die eigenen Aromen der Zutaten kommen klarer zur Geltung.
  5. Geduld und Rühren
    Jetzt beginnt die meditative Phase: Bouillon schöpflöffelweise zugeben und rühren. Sobald der Reis die Flüssigkeit absorbiert hat, kommt der nächste Kelle mit Bouillon dazu. Dieser Rhythmus ist das Herzstück des Risottos und verleiht ihm seine Cremigkeit. Am Schluss bleibt ein wenig Flüssigkeit, damit der Risotto schön „schlorzig“ bleibt.
  6. Zum Schluss: Butter und Käse
    Wenn der Reis weich ist, aber noch einen leichten Biss hat, kommen beim Butter und geriebener Käse dazu. Sie sorgen für den typischen Glanz und die Cremigkeit. Idealerweise ist das ein frisch geriebener Parmesan.

Welche Reissorte ist ideal?

Auch wenn du selbst keine feste Präferenz hast, lohnt es sich, die wichtigsten Reissorten zu kennen:

  • Arborio – weit verbreitet, ergibt ein cremiges Risotto mit etwas grösseren Körnern.
  • Carnaroli – gilt als König des Risottoreises, bleibt besonders gut bissfest.
  • Vialone Nano – beliebt in Norditalien, besonders bei Gemüse‑Risotti.

Wichtig ist: Nur spezieller Risottoreis liefert den gewünschten Schmelz, da er besonders stärkehaltig ist.

Risotto Grundrezept
Risotto Grundrezept

Warum Risotto bei uns ein Familiengericht ist

Risotto passt sich an und kann je nach Situation variiert werden. Es kann schlicht oder aromatisch sein, elegant oder bodenständig. Bei uns zu Hause wird es gern „pur“ gegessen, Reis, Bouillon, Butter, Käse, mehr braucht es nicht für ein wohlverdientes Comfort Food. An anderen Tagen kommen Pilze oder Gemüse dazu. Gerade Steinpilze, Erbsen, Zucchetti oder Kürbis sind ideale Begleiter für das Risotto

Wenn es mal schnell gehen muss

Manchmal fehlt schlicht die Zeit fürs ständige Rühren. Dann ist ein Ofenrisotto eine praktische Alternative:

  • Alle Zutaten (Reis, Zwiebeln, heisse Bouillon) in eine ofenfeste Form geben.
  • Bei ca. 180 °C rund 25–30 Minuten garen.
  • Anschliessend Butter und Käse einrühren.

Das Ergebnis wird nicht ganz so cremig wie auf dem Herd, aber erstaunlich gut und vor allem stressfrei.

Risotto Grundrezept

Ein vielseitiges Risotto-Basicsrezept, das pur begeistert und sich nach Saison und Lust beliebig variieren lässt.
Zubereitungszeit30 Minuten
Servings: 4 Portionen

Zutaten

  • 1 Zwiebel fein gehackt
  • 2 EL Butter oder neutrales Öl
  • 1 Glas Weisswein oder Bouillon
  • 320 g Risottoreis
  • 1 –1.2 l heisse Bouillon
  • 40 –60 g Butter für den Schluss
  • 60 –80 g frisch geriebener Parmesan
  • Salz Pfeffer

Anleitungen

  • Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Sie sollen weich sein, aber nicht bräunen. Das gibt dem Risotto eine milde Basis.
  • Den Reis dazugeben und gut unterrühren. Nach ein bis zwei Minuten glänzt er leicht – ein Zeichen, dass er bereit für den Weisswein ist. Mit dem Weisswein ablöschen. (Ich lasse diesen Schritt jeweils weg und beginne direkt mit der Bouillon)
  • Heisse Bouillon nach und nach zum Reis giessen. Immer erst dann weitergiessen, wenn die Flüssigkeit fast aufgenommen ist.
  • Risotto braucht Zeit und ein bisschen Geduld. Durch regelmässiges Rühren entsteht die Cremigkeit, die ein gutes Risotto ausmacht.
  • Sobald der Reis weich ist, aber noch etwas Biss hat, vom Herd nehmen. Butter und Parmesan einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Notizen

Tipps für ein perfektes Risotto
  • Nicht waschen: Risottoreis nie vorab spülen, sonst verliert er Stärke.
  • Heisse Bouillon verwenden.
  • Nicht zu schnell arbeiten – Risotto lebt von der Zeit.
  • Käse erst zum Schluss zugeben, damit er nicht ausflockt.
  • Resten neues Leben schenken: Aus übrig gebliebenem Risotto lassen sich Arancini formen und ausbacken.

Fazit

Ein Risotto ist mehr als ein Rezept. Es ist ein kleines Ritual, ein Gericht, das sich mit jedem Rühren weiterentwickelt. Es wärmt, es beruhigt – und es bringt die Familie an einen Tisch. Mit ein paar Grundschritten, den richtigen Zutaten und etwas Geduld gelingt es dir jedes Mal.

Banenmuffins aus geretteten Bananen auf einem Teller

Bananenmuffins – Einfaches Rezept zur Resteverwertung reifer Bananen

Bananenmuffins und Bananencakes gehören für mich zu den liebsten Rezepten zur Resteverwertung von Bananen. Für dieses Rezept braucht es keine Butter – wir verwenden stattdessen ein Pflanzenöl aus dem Vorrat. Wer die Muffins vegan zubereiten möchte, kann das Ei problemlos weglassen. Die Konsistenz verändert sich leicht, aber köstlich bleiben sie trotzdem. Ich backe gerne mit Olivenöl, aber natürlich funktionieren auch Raps- oder Sonnenblumenöl wunderbar.

Bananen gehören zu diesen Früchten, die bei uns zu Hause im Alltag immer mal wieder ihr eigenes Tempo entwickeln. An manchen Tagen verschwinden sie schneller, als ich hinschauen kann und eine Woche später liegen sie unberührt im Früchtekorb, weil sich scheinbar niemand mehr für sie interessiert. Haben sie mal die ersten schwarzen Flecken gebildet, werden sie sowieso von der Familie nicht mehr angerührt. Genau in solchen Momenten zeigen sich Bananenmuffins oder Bananencakes als „Rettung“. Sie sind unkompliziert, flexibel und wunderbar geeignet, um reife oder sogar überreifen Bananen vor dem Wegwerfen zu bewahren.

Aufschnitt eines Bananenmuffins
Bananenmuffins aus geretteten Bananen

Reife Bananen zu köstlichen Bananenmuffins verarbeiten

Ich freue mich ehrlich gesagt, wenn die Bananen ab und zu vergessen werden. Manchmal kaufe sie auch schon mal so Supermarkt, wenn die schon etwas fleckigen Bananen mit grossem Rabatt angeboten werden. Für viele sind sie vielleicht nicht mehr perfekt, für Bananenmuffins hingegen sind sie ein wahrer Glücksfall. Je reifer die Banane, desto aromatischer der Teig und desto weniger zusätzliche Süsse braucht es. So entsteht ein Gebäck, das nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch ein kleines Statement gegen Food Waste setzt.

Food Waste vermeiden – ohne Dogma

Dabei geht es nicht darum, dogmatisch zu sein. Manchmal lässt sich etwas nicht retten, manchmal geht etwas vergessen, das passiert in jedem Haushalt. Viel wichtiger ist die Freude daran, aus dem, was da ist, etwas Feines zu zaubern. Und genau das gelingt mit diesen Muffins besonders gut. Sie kommen ohne Butter aus, lassen sich mit einfachem Pflanzenöl zubereiten und funktionieren sogar vegan, wenn das Ei weggelassen wird. Die Konsistenz verändert sich leicht, aber der Genuss bleibt.

Muffins aus reifen Bananen
Bananen Muffins

Flexibilität und Kreativität

Das Schönste an diesem Rezept ist seine Flexibilität: ein paar Schokostückchen, eine Handvoll Nüsse, ein Rest Beeren, etwas Zimt oder Haferflocken alles darf, nichts muss. So entstehen jedes Mal Muffins, die ein bisschen anders schmecken und doch immer vertraut sind. Sie passen zum Frühstück, zum Znüni, zum Zvieri oder einfach als kleiner Glücksmoment zwischendurch.

Bananenmuffins zeigen, wie einfach Resteverwertung sein kann: ein paar Zutaten, ein wenig Zeit und die Bereitschaft, reifen Bananen eine zweite Chance zu geben. Und am Ende steht ein Duft in der Küche, der daran erinnert, wie viel Genuss in den kleinen Dingen steckt. Bei diesem Rezept braucht es keinen Butter, denn wir können es mit Pflanzenöl aus unserem Vorrat zubereiten. Wer die Muffins vegan zubereiten möchte, kann ohne Probleme das Ei weglassen. Die Konsistenz der Muffins verändert sich zwar dabei, dennoch werden sie köstlich.

Bananenmuffins auf Teller
Bananen Muffins

Bananenmuffins

Diese saftigen Bananenmuffins sind die perfekte Resteverwertung für reife Bananen. Sie kommen ohne Butter aus, sind schnell gerührt und lassen sich nach Lust und Laune mit Schokolade, Nüssen oder Früchten ergänzen. Ideal für Znüni, Zvieri oder als kleiner süsser Snack.
Servings: 8 Stück

Zutaten

  • 2 überreife Bananen
  • 150 g Mehl
  • 50 g Zucker oder alternative Süsse
  • 1 Ei (optional für vegane Version weglassen)
  • 50 g Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl
  • Optional: Früchtereste Nüsse, Haferflocken, Zimt

Anleitungen

  • Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Bananen zerdrücken und mit Ei und Öl vermischen.
  • Mehl, Zucker und optionale Zutaten unter den Teig heben. Den Teig in ein mit Muffinförmchen ausgelegten Muffinblech füllen und für 20–25 Minuten backen.

Notizen

Tipp
Mit Schokolade, Beeren, Äpfeln, Zimt oder Nüssen ergänzen.
Die Bananenmuffins sind 2–3 Tage haltbar oder können eingefroren werden.
Banenmuffins aus geretteten Bananen auf einem Teller
Bananenmuffins
Erbsen-Schinken-Salat To easy Donna Hay ISBN: 978-3-03902-279-3

Too Easy – Das neue Kochbuch für schnelle, einfache Gerichte

Buchbesprechung von Too Easy

Ganz ehrlich. Beim ersten Mal Durchblättern wollte ich am liebsten sofort alle Rezepte ausprobieren. Die Bilder sind gluschtig und die Ideen einfach toll. So geht es mir bei jedem Kochbuch von Donna Hay, welches ich in die Hände bekomme. Schnelle Küche ist sowieso eine meiner liebsten und ich freue mich über jede neue Idee, die einfach umzusetzen ist und im Alltag funktioniert.

S. 195 Limoncello-Tiramisu 
Too Easy Donna Hay 
ISBN: 978-3-03902-279-3
S. 195 Limoncello-Tiramisu
Too Easy Donna Hay
ISBN: 978-3-03902-279-3

Too Easy – Kochbuch von Donna Hay

Frisch, modern und inspirierend

Das Buch ist modern gestaltet, die Bilder sind grossartig und die Rezepte laden direkt zum Kochen ein. Die einleitenden Infos und der Grundstock helfen auch Kochanfängern gut weiter. Persönlich hatte ich ein bisschen Mühe mit den Hinweisen und Highlights in „Schnürlischrift“. Hübsch gemacht aber nicht ganz einfach zu lesen.

Abwechslungsreiche Rezepte für jeden Tag

Die Auswahl an Rezepten ist gross, wie man schon anhand der Kapitel erahnen kann. Einige davon sind:

  • «Schneller als der Takeaway»
  • «Klassiker im Schnellverfahren»
  • «All in one»
  • «Desserts und schnelle Snacks»

Die Küche entspricht nicht immer ganz dem mitteleuropäischen Gaumen, und es gibt Zutaten, die bei uns nicht überall erhältlich sind. Manchmal braucht es also den Gang zum Spezialitäten-Laden, aber es lohnt sich. Besonders für Kochanfänger und alle, die auf der Suche nach schnellen, abwechslungsreichen Rezeptideen sind, ist das Buch eine echte Bereicherung.

Erbsen-Schinken-Salat 
Too easy Donna Hay 
ISBN: 978-3-03902-279-3
Erbsen-Schinken-Salat
Too easy Donna Hay
ISBN: 978-3-03902-279-3

Meine Favoriten

So finden wir zum Beispiel ein schnelles Rezept für eine „Chorizo-Zucchini-Pizza“ auf Fladenbrotbasis oder eine unkomplizierte „Pfannen-Lasagne“. Auch Rezepte und Tipps für den Airfryer dürfen nicht fehlen – ein Gerät, das bei uns fast täglich im Einsatz ist. Damit gelingen knuspriger Tofu, Pommes oder schnelle Pies ganz wunderbar.

Eins meiner liebsten Kapitel ist «All in one». Ich mag einfach Gerichte, bei denen alles zusammen in den Ofen kann – zum Beispiel „Tacos mit karamellisiertem Schweinebauch“, eine „Zucchini-Lauch-Tarte“ oder ein „Nudelauflauf mit Hackfleisch“.

Ausstattung und Buchinfos

Das Buch ist kein Hardcover, aber trotzdem robust und hochwertig. Es liegt gut in der Hand und ist für den täglichen Einsatz in der Küche bestens geeignet.

Titel: Too Easy – Schnelle Küche mit Wow-Effekt

Autorin: Donna Hay

Verlag: AT Verlag

Seiten: 272

Format: 21 × 27 cm

Ausstattung: Softcover mit Klappenbroschur

Gewicht: ca. 1,2 kg

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-03902-279-3

Erscheinungsjahr: 2024

Fazit

Das Buch ist eine tolle Inspirationsquelle für alle, die unkompliziert, frisch und schnell kochen möchten ohne auf Genuss zu verzichten. Die Rezepte sind vielfältig, modern und alltagstauglich.


Disclaimer: Dieses Buch wurde uns freundlicherweise vom Verlag (AT Verlag) kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Blogpost widerspiegelt unsere eigene Meinung über das Buch. Es wurde weder Einfluss auf uns genommen, noch wurden wir für den Blogpost bezahlt. Das Cover, Fotos und Rezept wurde vom Verlag (AT Verlag) für diese Buchbesprechung zur Verfügung gestellt.

Kochen gegen Foodwaste – einfache Tipps, Rezepte & Resteverwertung

Kochen gegen Foodwaste – weniger verschwenden, mehr geniessen

Foodwaste beschäftigt mich schon seit vielen Jahren sowohl privat in meiner Küche als jetzt auch in meinen Kochkursen. Für meinen neuen Kurs mit genau diesem Namen habe ich das Thema nochmals vertieft aufgearbeitet. Dabei ist ein kleines Rezeptheft für den Kurs entstanden, gefüllt mit Tipps, Tricks und Ideen, wie wir Lebensmittel besser nutzen können. Mit ein paar einfachen Foodwaste-Tipps und kreativen Ideen zur Resteverwertung lässt sich im Alltag viel bewirken. Auch auf meinem Blog findet ihr bereits viele Rezepte und einen Menüplan zum Ausdrucken, die helfen, Abfälle im Alltag zu reduzieren.

Warum Foodwaste ein Problem ist

Wie viel Foodwaste entsteht in der Schweiz?

Allein in der Schweiz landen jedes Jahr rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Etwa eine Million Tonnen davon stammen aus privaten Haushalten. Das bedeutet: Jede Person wirft im Schnitt 60 Kilo geniessbare Lebensmittel weg – mit einem Wert von rund 600 Franken pro Jahr.

Welche Lebensmittel Lebensmittel besonders oft im Abfall landen

Brot, Früchte, Gemüse und fertige Mahlzeiten. Ein grosser Teil davon wäre mit etwas Planung, richtiger Lagerung oder kreativer Resteverwertung vermeidbar.

French Toast Waffeln - Resteverwertung von altem Brot
Fotzelschnitten-Waffeln

Haltbarkeit richtig verstehen

Mindesthaltbarkeitsdatum vs. Verbrauchsdatum

Viele Produkte werden zu früh entsorgt, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) falsch interpretiert wird. Es bedeutet lediglich, dass das Produkt bis zu diesem Zeitpunkt seine typischen Eigenschaften behält – oft ist es danach noch völlig geniessbar. So geht Kochen gegen Foodwaste.

So Prüfst du, ob Lebensmittel noch gut sind

Mit sehen, riechen, schmecken lässt sich schnell beurteilen, ob es noch gut ist. Nur beim Verbrauchsdatum (z. B. Hackfleisch, frischer Fisch) gilt: abgelaufen = nicht mehr verwenden.

Brot gebacken mit Altbrot
Brot aus „Altbrot“

Typische Ursachen & einfache Lösungen

  • Zu viel eingekauft: Menüplanung machen, Einkaufsliste schreiben.
  • Falsche Lagerung: z. B. Brot nicht im Kühlschrank, Tomaten nicht neben Gurken.
  • Reste im Kühlschrank vergessen: gleich einplanen oder einfrieren.
  • Zu grosse Portionen gekocht: lieber kleiner beginnen und nachschöpfen.
Resteverwertung - Brotchips aus altem Brot
Brotchips aus Brotresten

Reste kreativ verwerten

Aus alt mach neu! Hier ein paar Beispiele:

Lebensmittel / RestIdeen zur Weiterverwertung
Brot & BackwarenCroutons, Brotsalat, Paniermehl, Vogelheu
Gekochte Pasta & ReisAuflauf, Bratreis, Frittata
GemüseabschnitteBouillon, Pesto aus Karottengrün
Überreifes ObstSmoothies, Kuchen, Kompott, Bananenbrot
KäseresteGratin, Fondue, Omelette-Füllung
Kartoffeln (gekocht)Rösti, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln
Resteverwertung - Bananen Pancakes
Vegane Bananen Pancakes

No Foodwaste: Bewusst mit Lebensmitteln umgehen

Warum bewusster Umgang so viel bewirken kann

Foodwaste vermeiden bedeutet nicht Verzicht. Im Gegenteil. Wer Reste nutzt, kocht oft kreativer und geniesst abwechslungsreicher. Ganz nebenbei schonen wir Umwelt und Portemonnaie. In meinen Kursen merke ich immer wieder: Sobald man einmal beginnt, bewusst mit Lebensmitteln umzugehen, wird es schnell zur Gewohnheit. Und es macht richtig Freude, aus Resten ein neues Lieblingsgericht zu zaubern. Hier findest du mehr interessante Infos dazu: No Foodwaste

Bild von einem Teigwarenauflauf
Teigwarenauflauf

Foodwaste vermeiden ohne Perfektionismus

Ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit intensiv mit dem Thema, auch in meinen Kursen, wo Foodwaste ein fester Bestandteil ist. Trotzdem weiss ich aus eigener Erfahrung: Es ist nicht immer einfach. Manchmal bleibt etwas übrig, man kauft zu viel ein oder das Leben läuft einfach anders, als man es geplant hat. Genau deshalb ist es wichtig, dass wir uns selbst nicht zu streng beurteilen, sondern Wege finden, die zu unserem Alltag passen.

Wichtig ist sich davon nicht entmutigen lässt. Jeder kleine Schritt zählt. Mit etwas Planung, praktischen Tipps und alltagstauglichen Rezepten lässt sich viel bewirken, für die Umwelt, fürs eigene Budget und für ein gutes Gefühl.

Einige Ideen und persönliche Gedanken dazu findest du auch in meinen Beiträgen:
👉 Notvorrat & Glace mit gezuckerter Kondensmilch
👉 Foodwaste – Lebensmittelabfälle vermeiden

Welche Resten verwertest du am liebsten? Schreib’s mir in die Kommentare.

Der Palmenhain von Elche – Europas einzigartige UNESCO-Oase

Mitten im trockenen Südosten Spaniens liegt ein Natur‑ und Kulturschatz, der in Europa einzigartig ist: der Palmenhain von Elche (El Palmeral de Elche). Mit über 200’000 Dattelpalmen ist er der grösste zusammenhängende Palmenhain des Kontinents und seit dem Jahr 2000 UNESCO‑Weltkulturerbe. Doch Elches Palmen sind weit mehr als nur eine beeindruckende Kulisse für Touristen, sie erzählen eine Geschichte von Kultur, Technik und menschlichem Erfindungsgeist.

Wer in der Gegend ist, dem fallen bereits bei auf dem Weg nach Elche rund um die Stadt und natürlich in Elche selbst die vielen wundervollen Palmen in allen Grössen und Formen auf. Die Parkanlagen selbst sind sehr gepflegt und je nach Saison auch gut besucht. Je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt, umso „wilder“ und teilweise auch ungepflegter werden die Palmhaine.

Von Palmen gesäumter Weg im Palmenhain.
Palmen im „El Palmeral“ von Elche

Ein Kulturerbe von weltweiter Bedeutung

Die UNESCO zeichnete den Palmenhain von Elche als einzigartiges Beispiel arabischer Agrar‑ und Bewässerungskunst in Europa aus. Der Hain ist kein natürlicher Wald, sondern eine bewusst angelegte Kulturlandschaft, die sich über grosse Teile des Stadtgebiets von Elche erstreckt. Diese besondere Verbindung von Stadt, Landwirtschaft und Landschaft ist bis heute lebendig. Das Stadtbild ist stark geprägt von den Palmen und lässt einen teilweise eine Oase in der Wüste denken.

Die Palmen bedecken den Himmel und spenden Schatten.
Palmen-Himmel

Geschichte des Palmenhains von Elche: Von der Antike bis zu den Mauren

Die Geschichte der Palmenhaine von Elche reicht weit zurück:

  • Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. wurden in der Region Dattelpalmen kultiviert, vermutlich durch iberische Völker und später durch die Karthager.
  • Ihre heutige Struktur erhielt die Palmenlandschaft jedoch während der maurisch‑islamischen Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert, als Elche als muslimische Stadt neu organisiert wurde.
  • Die Mauren übernahmen Oasen‑Techniken aus Nordafrika und passten sie an das mediterrane Klima an, ein System, das sich über Jahrhunderte bewährt hat.
Das maurische Bewässerungssystem - so gedeihen die Palmen.
Bewässerungssystem

Das maurische Bewässerungssystem: Wie der Palmenhain über Jahrhunderte gedeiht

Elche liegt in einer sehr trockenen Region mit nur rund 300 mm Niederschlag pro Jahr. Dass hier im Palmeral de Elche dennoch Palmen in solcher Zahl gedeihen, verdankt die Stadt einem bis heute genutzten Bewässerungssystem:

  • Wasser wird über Kanäle (Acequias) aus dem Fluss Vinalopó verteilt
  • Die Palmen sind in rechteckigen Feldern, den sogenannten „Huertos“, angeordnet
  • Die Palmen spenden Schatten, reduzieren Verdunstung und schaffen ein eigenes Mikroklima

Dieses System ist eines der wichtigsten Kriterien für den UNESCO‑Status des Palmenhains.

Einblick in den Palmenhain von Elche.
EL Palmeral von Elche

200’000 Palmen, seltene Exemplare un die berühmte Palmera Imperial

  • Heute wachsen in Elche über 200.000 Palmen, überwiegend Dattelpalmen (Phoenix dactylifera).
  • Viele Exemplare sind mehrere hundert Jahre alt, einige sogar über 300 Jahre.
  • Historisch war der Palmenhain zeitweise noch deutlich grösser als heute.

Besonders bekannt ist die „Palmera Imperial“ im Garten Huerto del Cura – eine aussergewöhnliche Palme mit sieben Stämmen, benannt nach Kaiserin Elisabeth („Sisi“), die den Garten 1894 besuchte.

Blick auf die mit blauen Ziegeln gedeckte Kuppel der Basilica de Santa Maria
Blick aus dem Palmgarten auf die Basilica de Santa Maria

Weisse Palmwedel für Palmsonntag – eine lebendige Tradition

Auch heute spielen die Palmen eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Elche ist einer der wichtigsten Produzenten von weissen Palmwedeln, die für den Palmsonntag in ganz Spanien und darüber hinaus verwendet werden. Diese spezielle Verarbeitung ist eine jahrhundertealte Tradition und Teil der lokalen Identität. Bei Fahrten in der Umgebung konnten wir viele eingebundene Palmen sehen, die bereits zur „Produktion“ der weissen Palmwedel vorbereitet sind.

Fuente frente al Templete de la Música
Fuente frente al Templete de la Música

Bedrohung durch den Roten Palmrüssler und Schutzmassnahmen

Wie viele Palmenbestände im Mittelmeerraum ist auch der Palmenhain von Elche seit den 2000er‑Jahren durch den Roten Palmrüssler bedroht. Schutzprogramme und kontinuierliche Pflege sind daher entscheidend, um dieses einzigartige Erbe für kommende Generationen zu bewahren. Leider sind an der gesamten Costa Blanca immer mehr sterbende Palmen, vor allem Dattelpalmen, zu sehen und leider ist es für eine Rettung bereits zu spät, wenn die Zeichen eines Befalls sichtbar werden.

Unser Besuch im Februar: Mildes Klima und ruhige Palmhaine

Der Palmenhain von Elche ist keine touristische Kulisse, sondern ein lebendiges Zeugnis davon, wie Menschen über Jahrhunderte hinweg mit Wasser, Klima und Natur gearbeitet haben. Er prägt das Stadtbild, die Kultur und das Selbstverständnis von Elche bis heute und bleibt ein einzigartiges Beispiel dafür, wie nachhaltige Landschaftsgestaltung lange vor der Moderne möglich war und dies an vielen Orten besser als mit den heutigen modernen Mitteln.

Wir haben die Palmhaine im Februar besucht. Das Klima war überaus mild und wir sind mit wunderschönem Wetter beglückt worden. Touristen waren dafür nur wenige unterwegs. Elche mit der maurischen Bewässrung Acequias, Huerto del Cura und Palmeral Elche gehörten zu den schönsten Costa Blanca Sehenswürdigkeiten.

Verschiedene Palmen im Palmenhain von Elche Spanien. Ein UNESCO-Weltkulturerbe
Palmenhain von Elche


FAQ zum Palmenhain von Elche

Warum ist der Palmenhain von Elche UNESCO‑Weltkulturerbe?
Der Palmenhain wurde ausgezeichnet, weil er ein einzigartiges Beispiel maurischer Oasentechnik in Europa ist. Das historische Bewässerungssystem, die Kulturlandschaft und die enge Verbindung von Stadt und Landwirtschaft gelten als weltweit bedeutend.

Wie alt sind die Palmen im Palmenhain von Elche?
Viele Palmen sind mehrere hundert Jahre alt, einige über 300 Jahre. Die Kultivierung von Dattelpalmen in der Region reicht bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück.

Kann man den Palmenhain kostenlos besuchen?
Ja, grosse Teile des Palmenhains sind frei zugänglich. Lediglich einige Gärten wie der Huerto del Cura erheben Eintritt.

Wie funktioniert das Bewässerungssystem im Palmenhain?
Das Wasser wird über ein jahrhundertealtes Kanalsystem (Acequias) aus dem Fluss Vinalopó verteilt. Die rechteckigen Felder (Huertos) und die Palmen selbst schaffen ein Mikroklima, das Verdunstung reduziert.

Welche Bedrohungen gibt es für den Palmenhain?
Der Rote Palmrüssler ist die grösste Gefahr. Er befällt Palmen im gesamten Mittelmeerraum. Elche investiert in Schutzprogramme und Pflege, um den Bestand langfristig zu sichern.


Quellen:

https://whc.unesco.org/en/list/930

https://www.visitelche.com/en/patrimonios-de-la-humanidad/palmeral-de-elche

Rindschulterbraten im Backofen geschmort

Rindsschulterbraten schmoren

Ein Festmahl muss nicht teuer sein. Statt den Prime Stücken, können wir sehr gut weniger beliebte Fleischstücke dafür verwenden. Der Schmorbraten schmeckt deswegen nicht schlechter, vielleicht anders als gewohnt, aber genauso lecker. Das zeigt dieses Rezept zum Rindsschulterbraten schmoren besonders gut.

Alternative Fleischstücke

Viele greifen für festliche Gerichte automatisch zu den bekannten Edelstücken. Dabei gibt es eine ganze Reihe von weniger populären Fleischstücken, die sich hervorragend zum Schmoren eignen und oft sogar aromatischer sind. Stücke wie Schulter, Federstück, Brust oder Haxe enthalten mehr Bindegewebe, das beim langen Garen im Backofen wunderbar zart wird und dem Gericht eine tiefe, runde Geschmacksnote verleiht. Diese „Second Cuts“ sind oft günstiger als Edelstücke, dafür aber mindestens genauso aromatisch. Wer beim Metzger des Vertrauens nach „Schmorstücken“ fragt, bekommt meist eine sehr gute Empfehlung und oft auch ein besonders schönes Stück aus regionaler Herkunft. So nutzen wir mehr vom Tier, kochen nachhaltiger und entdecken gleichzeitig neue Lieblingsstücke.

Geschmorrter Rindsschulterbraten aus dem Backofen mit Karotten und Rosenkohl.
Rindsschulterbraten aus dem Backofen

Rindsschulterbraten schmoren – so gelingt er besonders zart

Das Schmoren im Backofen ist dabei eine der entspanntesten und einfachsten Arten zu kochen. Die gleichmässige Hitze sorgt dafür, dass das Fleisch sanft garen kann, ohne dass man ständig daneben stehen muss. Einmal angebraten, mit Gemüse und Bouillon abgelöscht und zugedeckt in den Ofen geschoben, erledigt sich der Rest fast von selbst. Bei moderaten Temperaturen zwischen 140 und 160 °C bleibt das Fleisch saftig und bekommt eine herrlich aromatische Sauce. Wer möchte, lässt den Braten am Ende noch kurz ohne Deckel schmoren, damit die Sauce etwas einkocht und intensiver wird.

Das Schmoren im Ofen ist eine der entspanntesten Arten zu kochen und gelingt fast immer. Ein paar kleine Handgriffe machen den Unterschied:

  • Anbraten lohnt sich: Fleisch und Gemüse kräftig anrösten, das bringt Röstaromen und Tiefe.
  • Moderate Temperaturen: 140–160 °C sind ideal, damit das Fleisch langsam und gleichmässig zart wird.
  • Genug Flüssigkeit: Bouillon, Wein, Tomaten oder Bier – wichtig ist, dass der Boden gut bedeckt ist.
  • Deckel drauf: So bleibt die Feuchtigkeit im Topf und das Fleisch saftig.
  • Zeit ist der Schlüssel: Lieber länger bei niedriger Temperatur als zu kurz und zu heiss.
  • Am Schluss offen schmoren: Für eine etwas konzentriertere, aromatischere Sauce.
  • Ruhezeit einplanen: Der Braten wird noch zarter, wenn er vor dem Anschneiden kurz ruht.
Rindschulterbraten im Backofen geschmort
Rindschulterbraten mit Kartoffelstock
Rindschulterbraten im Backofen geschmort
Rezept drucken
5 from 1 vote

Rindsschulterbraten mit Kartoffelstock, Rüebli und Rosenkohl

Ein zarter Rindsschulterbraten, langsam im Ofen geschmort, begleitet von luftigem Kartoffelstock mit Schale, süssen Rüebli und würzigem Rosenkohl – ein unkompliziertes Festessen, das ohne teure Edelstücke auskommt. Die langen Garzeiten holen das Beste aus den sogenannten „Second Cuts“ heraus und sorgen für eine aromatische Sauce und butterzartes Fleisch. Ein Gericht, das nach Zuhause schmeckt und sich perfekt für gemütliche Wintertage eignet.
Servings: 4 Personen

Zutaten

Rindsbraten

  • 1 kg Schulterbraten vom Rind
  • 400 g Rüebli geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten
  • 2 Stück Zwiebeln geschält in grobe Würfel geschnitten
  • Salz
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 EL Tomatenpüree
  • 1 l Rindsbouillon
  • 1 – 2 Zweige Rosmarin
  • 1 – 2 EL Maisstärke mit wenig kaltem Wasser verrührt

Gebackener Knoblauch

  • 1 ganzer Knoblauch

Kartoffelstock

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln ungeschält in 2×2 cm Stücke geschnitten
  • 200 ml Vollmilch
  • 40 g Butter
  • 1 gebackener Knoblauch
  • Salz

Rosenkohl

  • 800 g Rosenkohl
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

Anleitungen

Für den Rindsbraten

  • Das Fleisch 1 Stunde vor dem Schmoren aus dem Kühlschrank nehmen. Das Fleisch trockentupfen, mit Salz würzen und in einem Ofenfesten Bräter mit etwas Öl von allen Seiten anbraten. Beiseite stellen.
  • Das Gemüse und die Zweibel anbraten. Das Toamtenpüree dazugeben und kurz mitrösten. Mit der Bouillon ablöschen und verrühren. Den Rosmarin dazu geben.
  • Den Bräter zugedeckt in den auf 150 °C vorgeheizten Backofen stellen und den Braten ca. 2,5–3 Stunden schmoren lassen, bis er zart ist. Zwischendurch prüfen, ob noch genügend Flüssigkeit im Bräter ist.
  • Den Braten herausnehmen und warmhalten. Die Sauce nach Wunsch offen etwas einkochen lassen. Mit angerührter Maisstärke leicht binden und abschmecken.
  • Den Braten in Scheiben schneiden und mit Kartoffelstock, Rüebli und Rosenkohl servieren.

Kartoffelstock

  • Die Kartoffeln ungeschält in einen grossen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken und salzen. Aufkochen und 20–25 Minuten weich garen.
  • Die heissen Kartoffeln mit Schale direkt im Topf mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. (Für Stock mit Schale ist Stampfen besser als Presse.)
  • Warme Milch und Butter nach und nach unterrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Tapas

Tapas – kleine Häppchen, grosse Kultur

Tapas gehören zu Spanien wie Sonne, Meer und Geselligkeit. Der Name kommt vom spanischen Wort tapar «zudecken». Ursprünglich war es nur eine kleine Brotscheibe oder ein Stück Käse, das man aufs Glas legte, um Fliegen fernzuhalten. Doch aus dieser einfachen Idee entwickelte sich eine ganze Genusskultur.

Heute sind Tapas ein fester Bestandteil des spanischen Alltags. Ob in einer belebten Bar in Sevilla, in San Sebastián mit kunstvollen Pintxos oder auf einer Terrasse in Barcelona, Tapas sind immer ein Erlebnis. Man teilt, kostet, redet, lacht. Tapas sind kein schnelles Essen, sondern ein soziales Ritual.

Vielfalt auf kleinen Tellern

Die Auswahl an Tapas ist riesig: von würzigen Patatas Bravas und Gambas al Ajillo über klassische Tortilla Española bis hin zu kleinen Brötchen, den Montaditos, belegt mit Schinken, Käse oder Gemüse. Im Baskenland heissen sie Pinchos, das sind kunstvoll geschichtete Häppchen, die mit einem Spiess fixiert werden.

Auch Brot-Tapas wie das berühmte Pan con Tomate gehören dazu: geröstetes Brot mit reifen Tomaten, Olivenöl und Salz. Einfach, aromatisch und typisch mediterran.

Tapasgerichte - Pimentos Padrones
Pimientos Padrones

Tapas zuhause geniessen

Tapas eignen sich wunderbar für einen gemütlichen Abend mit Freunden oder Familie. Eine Kombination aus warmen und kalten Tapas, dazu etwas Brot, Oliven, ein Glas Wein oder Cava und schon ist das Feriengefühl perfekt.

Viele Zutaten bekommst du auch hier in der Schweiz: feines Olivenöl, Jamón Serrano, Manchego-Käse oder eingelegte Oliven. Wichtig ist, gute Grundprodukte zu wählen und sie liebevoll zuzubereiten ganz wie in Spanien.

Champignons mit Knoblauch
Champignons

Tapas – spanische Lebensfreude in jedem Bissen

Tapas sind mehr als kleine Gerichte, sie sind ein Stück spanischer Kultur, ein Ausdruck von Gemeinschaft, Genuss und Lebensfreude. In Spanien geht es beim Tapas-Essen nicht nur ums Sattwerden, sondern ums Zusammensein: teilen, probieren, reden, lachen. Jede kleine Portion erzählt eine Geschichte vom einfachen Bauernbrot mit Tomate bis zu kunstvoll angerichteten Pintxos aus dem Baskenland.

Wer Tapas zubereitet, bringt ein Stück Spanien nach Hause. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Vielfalt, Geschmack und Freude am Kombinieren. Ein Tisch voller kleiner Schälchen, duftendes Olivenöl, gutes Brot und ein Glas Wein das reicht oft schon, um einen Abend unvergesslich zu machen.

Verschiedene Tapas
Tapas

Tapas sind damit ein Symbol für das, was gutes Essen ausmacht: Einfachheit, Qualität und das gemeinsame Erleben. Sie zeigen, dass Genuss keine Frage der Grösse ist sondern der Haltung.

Tapas-Rezepte:

Tapas

/
Tapas – kleine Häppchen, grosse Kultur Tapas gehören…
Champignons mit Knoblauch

Champiñones al ajillo – Knoblauchchampignons

/
Es gibt Gerichte, die mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem…

Aioli mit Milch – schnell gemacht

/
EM-Rezept Nr. 10 - Schnelle Aioli mit Milch Die authentische…

Tapas, Pinchos y mas

/
Wir retten, was zu retten ist - Tapas, Pinchos y mas Für…

WM Rezept – Patatas Bravas

/
Rezept aus dem WM-Teilnehmerland Spanien Mit den Patatas Bravas…

WM Rezepte – spanische Tortilla

/
Rezept aus dem WM-Teilnehmer-Land Spanien Für den zweiten Tag…
Champignons mit Knoblauch

Champiñones al ajillo – Knoblauchchampignons

Es gibt Gerichte, die mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem sofort Feriengefühle in uns wecken. Champignones al ajillo gehören für mich genau in diese wunderbare Kategorie. Die Kombination aus frischen Champignons, hochwertigem Olivenöl und viel Knoblauch ist schlicht, aber voller Charakter. Kein Wunder also, dass dieses Gericht in Spanien zu den beliebtesten Tapas zählt.

Ursprung und Kultur der Tapas

Der Begriff “Tapa” kommt vom spanischen Verb tapar, was „zudecken“ bedeutet. Ursprünglich war es eine kleine Brotscheibe oder ein Stück Käse, das man auf ein Glas Wein legte, um Insekten und Verunreinigungen fernzuhalten. Später wurde das „Deckelchen“ mit weiteren Zutaten belegt und daraus entwickelte sich die Tradition der Tapas. Mit der Zeit wurden die Tapas immer vielfältiger: vom einfachen Stück Serrano-Schinken bis hin zu raffinierten kleinen Gerichten. Heute gehören sie zum kulinarischen Alltag Spaniens und sind weit mehr als Beilage. Sie sind ein soziales Ereignis. Tapas stehen für Geselligkeit: Man teilt, probiert und geniesst gemeinsam.

Champiñones al ajillo

Rezept für Champignones al ajillo

Die Einfachheit dieses Gerichtes, bzw. Tapas, hat mich überzeugt. Das Zusammenspiel von Knoblauch und Pilzen, in diesem Fall der Champignons, ist tief in der mediterranen Tradition verankert und gilt heute als eines der beliebtesten Tapas Spaniens. Das Gericht stammt vor allem aus Süd- und Zentralspanien und wird mit der klassischen al ajillo-Technik zubereitet. Dabei werden die Zutaten in einem mit Knoblauch aromatisierten Olivenöl geschmort, eine Methode, die man auch von den bekannten Gambas al ajillo kennt. Aber ebenso lassen sich Poulet oder verschiedenes Gemüse auf diese Art wunderbar zubereiten.

Die Champiñones al ajillo gelten als unkomplizierte, aber ausgesprochen aromatische Tapa. Sie lassen sich sowohl heiss direkt aus einem Tongefäss, als auch lauwarm oder kalt servieren. Gerade diese Vielseitigkeit macht sie zu einem beliebten Begleiter in Tapas-Bars und zu einem kleinen Gericht, das man immer wieder gerne auf den Tisch bringt.

Champignons mit Knoblauch
Champiñones al ajillo

Champignons al ajillo

Vegetarische Tapas für jede Gelegenheit.

Zutaten

  • 250 g kleine Champignos
  • 10 Knoblauchzehen geschält und in Scheiben geschnitten
  • 2 getrocknete Chilischoten Cayenne, nach Geschmack
  • 60 ml kaltgepresstes Olivenöl extra vergine
  • Salz nach Belieben

Anleitungen

  • Das Olivenöl in einer feuerfesten Tonschale (oder einer Bratpfanne) erhitzen. Knoblauch, Chilischoten und Champignons ins heisse Öl geben und goldbraun rösten – dabei gut aufpassen, dass der Knoblauch nicht verbrennt.

Buchbesprechung: a mano von Claudio del Principe

Zurück zu den Wurzeln der handgemachten Pasta

Jetzt möchte ich aber wieder zurück zu den Wurzeln und zu der von Hand gemachten Pasta. Dazu gehört es natürlich, mein Wissen auf den neusten Stand zu bringen und zu üben. Vielleicht ist es ja wie Velofahren und man verlernt es nie?

Bei meiner Liebe zu Büchern gehört es für mich immer wieder dazu, in Büchern zu schmökern und dabei Wissen aufzufrischen und Neues zu erlernen. Beim Stöbern bin ich auf die Bücher a mano – Verführerische Pasta. Von Hand gemacht. Sinnlich und schön. und Pura Passione – Italienische Geheimrezepte von Claudio del Principe gestossen.

Das eine ist schon etwas älter und nur der Pasta gewidmet, das andere moderner mit „geheimen“ Rezepten rund um die italienische Küche. „Wissen ist Erkenntnis und Erfahrung. Beides ist wertvoll. Erkenntnisse kann man übernehmen. Oder auch nicht. Erfahrungen sollte man selber sammeln. Und dann hoffentlich etwas dabei lernen. Dann hat man eigene Erkenntnisse.“ – Dieses Zitat aus dem Buch a mano von Claudio del Principe fasst das Ganze sehr gut zusammen. Und genau um dieses Buch geht es hier.

Tagliatelle - Fotografie © Claudio Del Principe, AT Verlag
Tagliatelle – Fotografie © Claudio Del Principe, AT Verlag

Was erwartet uns in a mano?

Im Buch erfahren wir die Grundlagen und Basisrezepte, Wissenswertes – von den Zutaten, über das Werkzeug bis hin zu den Grundsaucen. Es werden gründlich die verschiedenen Pasta-Sorten aus ausgerolltem Teig (Pasta stesa) erklärt: aus welchem Teig sie bestehen, wie sie geschnitten werden und welche Saucen dazu passen. – Die richtige Sauce zur Pasta ist in Italien sehr wichtig, da gibt es einiges zu lernen.

Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass im Alltag das richtig ist, was uns schmeckt. Weiter geht es dann mit der Pasta ripiena, also gefüllter Pasta. Klassisch gibt es auch dazu feste Vorgehensweisen und eine strikte Wahl an Zutaten. Aber natürlich kann man immer auch seine ganz eigene Füllung entwickeln. In dem passenden Kapitel finden wir viele spannende Rezepte, Tipps und Varianten. Teilweise sind es richtige Kunstwerke, die einiges an Übung verlangen.

Pasta di semolina

Nicht vergessen werden die Pasta di semolina. Der einfache Teig aus Semola und Wasser wird von Hand geformt. Eine Kunst, die geübt werden muss. Auch hier gibt es Hilfsmittel, aber viele Formen lassen sich ganz einfach von Hand, mit einem Messer oder einer Gabel herstellen.

Schliesslich sind es alte Formen, die in den Haushalten Italiens entstanden sind, wo keine teuren Utensilien vorhanden waren. Man hat mit dem gearbeitet, was da war. Das ist auch heute etwas, das mich an den handgemachten Pastasorten begeistert. Es braucht nicht viel dazu: wenige Zutaten, die Hände – und geformt wird mit einfachen Haushaltsgegenständen. Einfach herrlich.

Tortellini - Fotografie © Claudio Del Principe, AT Verlag
Tortellini – Fotografie © Claudio Del Principe, AT Verlag

Mein Fazit

Ich mag das Buch sehr. Es bietet einem alles, was man braucht, um in das Pastahandwerk einzutauchen. Und ich bin sicher, dass es auch den fortgeschrittenen Hobbyköch:innen unter uns noch einiges beibringen kann.

Infos zum Buch

Titel: a mano – Verführerische Pasta. Von Hand gemacht. Sinnlich und schön.

Autor: Claudio del Principe

Verlag: AT Verlag

Erscheinungsjahr: 2018

Seitenzahl: 256 Seiten

Format: 19.5 × 26 cm

Gewicht: ca. 1060 g

ISBN: 978-3-03902-018-8

Blitzblätterteig

Warum sich selbst gemachter Blätterteig lohnt

Mindestens einmal im Leben sollte man einen Blätterteig selber machen. Und dabei meine ich nicht nur den Geschmack, der meiner Meinung nach viel besser ist als jener aus dem Kühlregal. Viel wichtiger ist das Bewusstsein dafür, was eigentlich in diesem Teig steckt. Wer einmal selbst Butter, Mehl und Wasser verarbeitet hat, versteht schnell, wie reichhaltig Blätterteig tatsächlich ist. Während gekaufte Varianten oft Margarine enthalten, kommt selbst gemachter Blätterteig ganz ohne Ersatzprodukte aus.

Vielen geht es so wie mir: Gekaufter Blätterteig ist unglaublich praktisch und vielseitig einsetzbar. Ob süss oder salzig, schnell steht etwas Feines auf dem Tisch. Gleichzeitig sind diese Gerichte aber auch sehr gehaltvoll. Nichts gegen Blätterteig, ich verwende ihn selbst gerne. Trotzdem finde ich, dass wir ihn bewusster einsetzen sollten. Dazu gehört für mich auch, ihn gelegentlich selbst herzustellen oder, wenn das nicht möglich ist, auf handgemachten Blätterteig vom Bäcker des Vertrauens zurückzugreifen.

Blitzblätterteig
Blitzblätterteig

Klassischer Blätterteig vs. Blitzblätterteig

Der grosse Unterschied zwischen klassischem Blätterteig und Blitzblätterteig liegt im Aufwand und in der Technik. Beim klassischen Blätterteig wird ein Butterblock in den Teig eingeschlagen und mehrfach ausgerollt und gefaltet. Das braucht Zeit, Geduld und eine kühle Umgebung.

Beim Blitzblätterteig wird die kalte Butter direkt in Stücke geschnitten und mit dem Mehl vermischt. Die Schichtung entsteht trotzdem durch das Tourieren, also durch wiederholtes Ausrollen und Falten, allerdings deutlich unkomplizierter. Das Ergebnis ist etwas rustikaler, aber wunderbar blättrig und perfekt für den Alltag.

Schnell heisst nicht ohne Zeit

Der Name Blitzblätterteig kann etwas täuschen. Ganz ohne Zeit geht es auch hier nicht. Je nachdem, wie stark der Teig am Schluss aufgehen soll, braucht es mehrere Touren und Ruhephasen im Kühlschrank. Grundsätzlich gilt: Je mehr Touren, desto feiner und luftiger wird das Ergebnis.

Wenige Zutaten, viele Möglichkeiten

Butter, Mehl, Salz und Wasser – mehr braucht es für Blitzblätterteig nicht. Für süsse Anwendungen füge ich gerne noch etwas Zucker hinzu. Genau diese Einfachheit macht den Teig für mich so attraktiv. Er lässt sich gut vorbereiten, portionenweise einfrieren und vielseitig einsetzen.

Rezept für Blitzblätterteig

Bild von aufgeschnitten Blätterteig - Blitzblätterteig
Blitzblätterteig

Blitzblätterteig

Eine etwas schnellere Varianten des beliebten Blätterteigs
Gesamtzeit2 Stunden
Gericht: Teig
Servings: 1 Portion

Zutaten

  • 200 g Mehl
  • 130 g Butter in Stücke geschnitten
  • 15 g Zucker
  • 8 g Salz
  • 100 g kaltes Wasser

Anleitungen

  • Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben und mit den Händen vermengen, Butter in Stücken dazu geben und zu einer krümligen Masse verarbeiten. Das Wasser dazu geben und vermengen, bis die Flüssigkeit aufgenommen wurde. Es entsteht kein homogener Teig.
  • Den Teig 1 cm dick ausrollen, ab und zu anheben und mit Mehl bestäuben. Das untere Teigdrittel über das mittlere Teigdrittel falten und das obere über das mittlere falten. Danach den Teig nochmals in der Mitte falten. in Frischhaltefolie einwickeln und für 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Nochmals gleich vorgehen und für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. Nochmals gleich vorgehen und dann den Teig für ca. 2 Stunden ruhen lassen.