Skellig Michael

Irland-Roadtrip Teil 2: Mizen Head, wilde Küste und Ankommen in Killarney

Nach Cork (Irland-Roadtrip Teil 1) ging es für uns weiter Richtung Westen, dorthin, wo die Landschaft noch etwas rauer, die Strassen noch etwas schmaler und die Ausblicke noch einmal eindrücklicher wurden. Genau solche Tage liebe ich auf Roadtrips besonders. Einfach losfahren, unterwegs staunen und sich von einem Ort zum nächsten treiben lassen.

Mizen Head und der Wild Atlantic Way

Für den nächsten Tag stand die Weiterfahrt an die Westküste auf dem Programm. Unser erstes Ziel war die Mizen Head Signal Station, einer der spektakulärsten Küstenorte im Südwesten Irlands. Bereits die Fahrt dorthin führte auf schmalen Wegen durch wunderschöne Landschaften.

Mizen Head Signal Station

Mizen Head ist etwas touristischer als viele der Orte, die wir bis dahin besucht hatten, und es lohnt sich definitiv, früh dort zu sein. Wir waren Anfang Mai dort und die Station war gut besucht, aber noch nicht überlaufen. Der Rundgang führt zu den Klippen, zur historischen Signal Station und über die berühmte Brücke, die hoch über dem Atlantik gespannt ist. Der Eintritt kostete rund 7.50 Euro pro Person, und das hat sich für uns absolut gelohnt, auch wenn dafür einige (viele!) Treppen zu bewältigen waren. Auch wenn wir einen eher ruhigen Tag hatten, machten Wind, Meer und diese raue Küstenlandschaft den Ort wirklich eindrücklich.

Bild von den Klippen bei der Mizen Head Station in Irland
Klippen bei der Mizen Head Station

Wild Atlantic Way

Nach dem Besuch von Mizen Head ging es für uns direkt weiter auf dem Wild Atlantic Way Richtung Killarney. Die Strecke zählt bereits zu den besonders schönen Abschnitten dieser Küstenroute. Wir fuhren über den Caha Pass, eine ruhige Passstrasse mit weiten Ausblicken auf Berge, Täler und Seen. Unterwegs hielten wir immer wieder spontan an, einfach dort, wo es uns gerade besonders gut gefallen hat.

Auf dieser Strecke bekommt man bereits einen ersten Eindruck davon, was einen rund um den Ring of Kerry erwartet. Grüne Hügel, Berge, Seen und immer wieder neue Perspektiven. Den Ring of Kerry selbst haben wir uns ganz bewusst für den nächsten Tag aufgehoben.

Ankommen in Killarney

Am Abend erreichten wir Killarney, ein kleines, sehr touristisches Städtchen. Im Stadtkern hatten wir schnell das Gefühl, dass vieles auf Touristen eingerichtet ist, was vermutlich auch stimmt. Von hier aus starten zahlreiche Bustouren, meist gegen den Uhrzeigersinn, um die Sehenswürdigkeiten der Umgebung abzufahren.

Nach den ruhigen Tagen zuvor mit wenig Verkehr und oft einsamen Strassen war uns an diesem Abend nicht mehr nach Pub oder Restaurant zumute. Stattdessen gab es ein simples Joghurt-Znacht, manchmal ist genau das nach einem langen Tag einfach richtig. Übernachtet haben wir in einem sauberen und bequemen Guesthouse mit einer sehr freundlichen Atmosphäre.

Skellig Michael
Skellig Michael

Ring of Kerry, Skellig Ring und raue Küstenlandschaften

Am nächsten Tag nahmen wir uns den berühmten Ring of Kerry vor. Wir starteten bewusst im Uhrzeigersinn, da wir vermeiden wollten, dass wir hinter den Tourbussen fahren mussten. Da wir am Nachmittag zuvor bereits einige der bekannten Aussichtspunkte rund um Killarney gesehen hatten, darunter den Upper Lake im Killarney National Park, Ladies View und den Looscaunagh Lough, sind wir gleich weiter über schmale Bergstrassen direkt Richtung Sneem gefahren und von dort weiter entlang der Küste Richtung Skelling Ring. Kurz darauf bogen wir auf den Skellig Ring ab, eine deutlich ruhigere Strecke, die für mich zu den schönsten Abschnitten dieser Region gehört. Weniger Verkehr, viel Landschaft und immer wieder neue Ausblicke machten diese Fahrt besonders eindrücklich.

Pausen und Ausblicke

Ein gemütlicher Stopp durfte natürlich nicht fehlen, und so legten wir eine Pause bei der Skelligs Chocolate Factory and Café ein. Bei einer heissen Schokolade und etwas Schokolade zum Probieren liess es sich wunderbar entspannen. Ein kleines Stück weiter, an einem einsamen Sandstrand, konnte ich dann auch die ersten Fotos der Skellig Islands machen. Die Inseln sind bekannt für ihr uraltes Kloster, ihre Vogelkolonien und nicht zuletzt auch als Filmkulisse für Star Wars.

Für eine Überfahrt nach Skellig Michael waren wir allerdings noch etwas zu früh. Die Anlandungen sind meist erst ab der zweiten Maiwoche möglich und stark wetterabhängig. Zudem sollte man die Boote frühzeitig reservieren. So bewunderten wir die Inseln aus der Ferne, was für uns trotzdem ein sehr besonderer Moment war.

Puffin Island (Oileán na gCanóg)
Puffin Island (Oileán na gCanóg)

Kerry Cliffs

Unsere Fahrt führte uns danach weiter zu den Kerry Cliffs. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf die Skellig Islands und auf Puffin Island (Oileán na gCanóg). Die steilen Klippen sind ein bedeutendes Vogelschutzgebiet und Brutplatz für tausende Seevögel, darunter auch Papageientaucher. Besonders im Frühling herrscht hier reges Treiben. Um die Vögel gut fotografieren zu können, braucht es allerdings ein starkes Objektiv. Mit der Handy Kamera kommt man hier schnell an seine Grenzen. Trotzdem war der Besuch sehr eindrücklich und einer der landschaftlichen Höhepunkte des Tages.

Über Portmagee, ein kleines Hafenstädtchen, fuhren wir anschliessend zurück auf den Ring of Kerry und von dort weiter Richtung Killarney. Die Strecke ist lang und stellenweise anspruchsvoll, besonders dann, wenn einem ein Bus auf den schmalen Strassen entgegenkommt. Landschaftlich lohnt sich diese Fahrt aber jede Minute.

Looscaunagh Lough in der Nähe von Killarney
Looscaunagh Lough

Abschied von Killarney

Am nächsten Tag hiess es für uns bereits wieder Abschied nehmen. Wir machten uns auf den Weg zu einer längeren Etappe Richtung Donegal, einem kleinen, eher verschlafenen Ort in der Nähe der Cliffs of Moher. Mehr dazu gibt es dann im nächsten Teil.


Reiseinformationen Ring of Kerry & Skellig Ring

Beste Reisezeit
Mai, Juni, Juli, August und September
Für Vogelbeobachtungen, insbesondere Papageientaucher, eignen sich vor allem April bis Juni.

Wetter/Klima
Gemässigtes, maritimes Klima mit milden Sommern und häufig wechselndem Wetter. Die Temperaturen liegen im Sommer meist zwischen 15 und 20 °C. Regenschauer und Wind sind besonders an der Küste jederzeit möglich, weshalb wetterfeste Kleidung auch an sonnigen Tagen sinnvoll ist.

Sehenswürdigkeiten

Ring of Kerry
Eine der bekanntesten Panoramastrassen Irlands, die durch abwechslungsreiche Landschaften mit Bergen, Seen und Küstenabschnitten führt. Besonders lohnend ist es, früh zu starten oder bewusst abseits der Hauptzeiten unterwegs zu sein.

Skellig Ring
Ein ruhigerer Abstecher abseits des klassischen Ring of Kerry. Schmale Strassen, wenig Verkehr und eindrückliche Küstenlandschaften machen diesen Abschnitt für viele zu einem der schönsten der Region.

Skellig Islands
Die Inselgruppe vor der Küste ist bekannt für das frühchristliche Kloster auf Skellig Michael, für grosse Vogelkolonien und als Filmkulisse für Star Wars. Auch vom Festland aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Inseln.

Puffin Island (Oileán na gCanóg)
Ein bedeutendes Vogelschutzgebiet und wichtiger Brutplatz für Papageientaucher. Besonders gut sichtbar von den Kerry Cliffs aus. Für gute Fotos empfiehlt sich ein starkes Objektiv.

Kerry Cliffs
Steile Klippen mit fantastischer Aussicht auf die Skellig Islands und Puffin Island. Ein eindrücklicher Ort, um die raue Atlantikküste und die Vogelwelt zu beobachten.

Caha Pass
Eine landschaftlich sehr schöne Passstrasse mit weiten Blicken auf Berge, Täler und Seen. Ruhiger als viele andere Strecken in der Region und ideal als Verbindung Richtung Killarney.

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