Wasserfall in Irland

Irland-Roadtrip Teil 1: Zwischen schmalen Strassen, wilden Klippen und ganz viel Grün

Irland-Roadtrip

Nach unseren Sommerferien in Schottland haben wir den Norden ein wenig für uns entdeckt, auch wenn für mich der Süden noch immer die Nummer eins bleibt. Irland stand deshalb plötzlich immer weiter oben auf unserer Liste. Obwohl ich unglaublich gerne plane, kam ich dieses Mal nur zögerlich dazu. Doch je mehr ich mich mit der zauberhaften grünen Insel beschäftigte, desto mehr Punkte konnte ich auf Google Maps, einem meiner liebsten Planungstools, markieren.

Eine Kuhherde auf einer grünen Wiese in der Nähe von Cork.
Kühe in Cork

Einmal rund um Irland

Nachdem der Flug gebucht war, ging es direkt an die Auswahl der Hotels. Bis auf eine Ausnahme haben wir richtig gut gewählt, aber dazu mehr in einem späteren Beitrag. Wenn wir ein Land, eine Region oder auch eine Stadt erkunden, dann machen wir das meist ziemlich gründlich. Für Irland hiess das deshalb: einmal rund um die Insel, bitte. Dafür war ein Mietwagen ganz klar das praktischste Fortbewegungsmittel. Wie schon in Schottland und England ist das Fahren auch in Irland allerdings nichts für schwache Nerven. Falls ihr noch nie auf der linken Seite gefahren seid, empfehle ich euch auf jeden Fall einen Mietwagen mit Automatik, ausser, ihr liebt die Herausforderung. Ich hatte nicht lange genug nachgedacht und natürlich ein Auto mit Gangschaltung gebucht …

Die Strassen

Das Strassennetz ist insgesamt gut ausgebaut. Sobald man aber die Hauptstrassen verlässt und sich auch abseits der typischen Touristenrouten bewegt, werden die Strassen schnell sehr schmal und teilweise wirklich nur einspurig. Natürlich gibt es immer wieder Ausweichstellen, aber ich kann euch sagen: Wenn sich zwei Touristen an einer unpraktischen Stelle begegnen, erinnert das Ganze stark an Tetris.

Unser erster Tag in Irland

An unserem Anreisetag ging unser Flug ziemlich früh, sodass wir nach der Landung noch den ganzen Tag vor uns hatten. Das habe ich bei der Routenplanung natürlich voll ausgenützt und einen Fahrweg von eigentlich eineinhalb Stunden kurzerhand auf rund sechs Stunden ausgeweitet. Trotzdem liessen wir es gemütlich angehen und frühstückten zuerst im Armoury Café bei einer alten Kirche ganz ausgiebig. Anders als erwartet war das Wetter sonnig, und so konnten wir trotz eher tiefer Temperaturen wunderbar draussen sitzen. Für einen ersten Reisetag hätte es kaum schöner anfangen können.

Durch die Wicklow Mountains ans Meer

Unser Weg führte uns über die Old Military Road durch den Wicklow Mountains National Park in Richtung Enniskerry und später weiter ans Meer nach Bray, wo wir erst einmal die stürmische Brandung der Irischen See auf uns wirken liessen. Danach ging es über Greystones zurück in den Nationalpark zum Powerscourt Waterfall.

Der Wasserfall ist mit seinen 121 Metern eine der bekanntesten Naturattraktionen der Region. Dort gibt es nicht nur den beeindruckenden Wasserfall selbst, sondern auch ein wunderschönes Gelände, das sich perfekt für ein Picknick eignet. Genau diese Mischung aus wilder Landschaft und entspannten Zwischenstopps mag ich auf Reisen besonders gerne.

Wasserfall in Irland
Powerscourt Waterfall

Erster Stopp: Kilkenny

Für uns ging es danach weiter durch die Wicklow Mountains Richtung Kilkenny, einem kleinen Städtchen abseits der Küste, wo wir unseren ersten Übernachtungsstopp eingelegt haben. Natürlich haben wir dort auch gleich dem urigen Kytelers Inn Pub einen Besuch abgestattet. Es gab Mash, paniertes Poulet und Gemüse. Das Essen war eher schwer, aber sehr fein.

Ein der ältesten Pubs in Irland - Kytellr's Inn
Kyteller’s Inn in Kilkenny

Unterwegs Richtung Cork

Unsere Reise führte uns danach weiter Richtung Cork, wo wir gleich drei Nächte geblieben sind. Natürlich war auch hier der Weg das Ziel, und ich hatte uns gleich zwei kleinere Wanderungen herausgesucht. Zuerst führte uns die Route über den Vee Pass. Dort sind wir rund 70 Höhenmeter zu einem Bergsee steil hinaufgewandert. Das Besondere an diesem Weg war die Strecke durch dichte Rhododendren – stellenweise lief man fast wie durch einen kleinen Zauberwald. Der Pfad war gut begehbar und einfach wunderschön. Wer lieber auf breiteren Wegen unterwegs ist, kann den See auch gemütlicher erreichen, aber wo bleibt da der Spass?

Ardmore Cliff Walk

Nach einer kleinen Stärkung im The Moorings machten wir uns schon auf zum nächsten Abenteuer und besuchten unsere ersten irischen Klippen: den Ardmore Cliff Walk. Auf dem Weg dorthin haben wir sogar eine vermeintliche Seehund-Sichtung gehabt. Trotz Feldstecher sind wir uns bis heute nicht ganz sicher, ob es wirklich einer war. In der Nähe des Cliff Walks zu parkieren ist nicht ganz einfach, aber der Besuch lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall. Die Klippen sind zwar nicht ganz so imposant wie die Cliffs of Moher, dafür ist die Stimmung dort wunderbar ruhig. Der Weg führt an der Küste entlang, vorbei am Samson-Schiffswrack und an zwei historischen Aussichtspunkten, darunter ein Beobachtungsposten aus dem Zweiten Weltkrieg. Es ist ein entspannter Spaziergang mit grossartiger Aussicht auf das keltische Meer. In Cork selbst haben wir in einem tollen Hotel mit Spa übernachtet und wurden dort auf unserer Silberhochzeitsreise sogar mit Bubbles und Erdbeeren überrascht. Solche kleinen Momente bleiben am Ende oft fast genauso fest in Erinnerung wie die grossen Sehenswürdigkeiten.

Admore Cliff im Mai
Admore Cliff

Cork und ein Ausflug nach Cobh

Cork ist eine lebendige, mittelgrosse Stadt mit viel Charakter. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die kleinen Gassen, die entspannte Atmosphäre und der tolle Food Market, durch den wir ausgiebig geschlendert sind. Persönlich zieht es mich zwar meist mehr in die Natur als in Städte, aber Cork hat uns trotzdem sehr gut gefallen. Danach machten wir noch einen kleinen Nachmittagsausflug nach Cobh, dem Ort, der als letzter Hafen der Titanic gilt. Das Städtchen ist bunt, charmant und hatte während unseres Besuchs sogar einen kleinen Markt. Die Titanic Experience haben wir diesmal ausgelassen, aber für Geschichtsinteressierte ist das sicher spannend. Leider wurde das Wetter an diesem Nachmittag zusehends schlechter. Trotzdem machten wir uns noch auf den Weg zum White Bay Beach, um den hellen Strand zu bestaunen und uns bei einem kleinen bergauf-bergab Spaziergang noch etwas die Füsse zu vertreten. Auch das gehört für mich irgendwie zu Irland: dass das Wetter jederzeit machen kann, was es will.

Die Farbig Häuserzeile von Cobh
Bunte Häuserzeile von Cobh

Ein Ort der Stille: Drombeg Stone Circle

Am zweiten Tag machten wir uns von Cork aus auf den Weg zum Drombeg Stone Circle. Der kleine Steinkreis ist vielleicht nicht einer der bekanntesten Orte Irlands, aber genau das machte seinen Reiz für mich aus. Es war ein stiller, fast andächtiger Ort mit einer besonderen Kraft, an dem man ganz automatisch einen Moment innehält. Gerade solche Plätze, die gar nicht laut beeindrucken wollen, bleiben mir auf Reisen oft besonders fest in Erinnerung. Von dort aus ging es für uns wieder zurück an die Küste auf dem Wild Atlantic Way über kleine Strassen zurück nach Cork gefahren und haben immer wieder dort angehalten, wo es uns besonders gut gefallen hat.

Wie es weitergeht, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen – dann nehmen wir euch mit zum Mizen Head und auf eine weitere Fahrt entlang des Wild Atlantic Way.

Blick auf den Dromber Steinkreis in Irland - Steinkreis in der Nähe von Cork.
Dromber Steinkreis in Irland

Reiseinformationen Irland

Beste Reisezeit
Mai, Juni, Juli, August und September

Wetter/Klima
Gemässigtes, maritimes Klima mit milden Sommern und eher kühlen Wintern. Im Sommer liegen die Temperaturen meist bei etwa 15 bis 20 °C, im Winter häufig bei rund 4 bis 7 °C. Das Wetter kann sehr wechselhaft sein, und Regenschauer sind das ganze Jahr über möglich. Vor allem an den Küsten ist es oft windig – in Irland sollte man deshalb immer auf Sonne, Wind und Regen gleichzeitig vorbereitet sein.

Sehenswürdigkeiten

Wicklow Mountains National Park – Eine wunderschöne Region mit weiten Landschaften, kleinen Strassen und tollen Aussichtspunkten – ideal für einen Roadtrip und für erste Naturerlebnisse in Irland.

Powerscourt Waterfall – Einer der bekanntesten Wasserfälle Irlands und ein schöner Stopp für alle, die Natur, kurze Spaziergänge und Picknickplätze mögen.

Kilkenny – Eine charmante, kleine Stadt mit viel Atmosphäre, historischen Gassen und gemütlichen Pubs – perfekt für einen Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Süden.

Cork – Eine lebendige Stadt mit viel Charakter, kleinen Gassen und einem tollen Food Market, die sich wunderbar mit Ausflügen in die Umgebung verbinden lässt.

Cobh – Der bunte Hafenort gilt als letzter Hafen der Titanic und ist besonders für Geschichtsinteressierte und für einen entspannten Nachmittagsausflug spannend.

Drombeg Stone Circle – Ein kleiner, stiller und eindrücklicher Ort, der mit seiner besonderen Atmosphäre und seiner ruhigen Lage zu den Plätzen gehört, an denen man ganz automatisch innehält.

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