Irland-Roadtrip Teil 5: Nordirland, raue Küsten und letzte Wanderungen

Am nächsten Tag führte uns unsere Reise weiter Richtung Nordirland. Schon kurz nach der Grenze legten wir einen ersten Stopp beim Beltany Stone Circle ein. Der Steinkreis liegt etwas erhöht in der Landschaft und besteht aus über sechzig Steinen. Der Ort wirkt sehr ursprünglich, mit weitem Blick über die Umgebung und einem kleinen, fast verwunschenen Wald gleich daneben. Beltany gilt als prähistorischer Ritualplatz, und auch heute noch hat der Ort etwas sehr Ruhiges und Mystisches an sich.

Danach ging es weiter zum Benone Beach. Der lange Sandstrand bietet einen wunderbaren Blick in Richtung Mussenden Temple, der hoch oben auf den Klippen thront. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, liebe ich Strände und das Meer. Für mich sind das echte Kraftorte, und ich könnte stundenlang einfach dort sitzen, aufs Wasser schauen oder baden, wenn die Temperaturen es zulassen würden. Dieses Mal blieb es leider beim Schauen, aber der Blick auf den Tempel war ein schöner Bonus.

Benone Beach
Benone Beach

Unsere Fahrt führte uns anschliessend weiter Richtung Coleraine. Dort fand gerade ein grosses Motorradtreffen statt, weshalb wir die Gegend grossräumig umfahren mussten. Das passte aber gut zu unserem Reisetempo. Wir hielten zwischendurch immer wieder an, assen etwas Kleines und liessen uns treiben. Danach ging es weiter zum Dunluce Castle, einer eindrücklichen Burgruine direkt an der Küste, bevor wir schliesslich Ballycastle und unser geplantes Guesthouse erreichten, wo wir eigentlich drei Nächte bleiben wollten.

Nach der langen Fahrt freuten wir uns auf eine gemütliche Unterkunft, doch leider hatten wir hier zum ersten Mal auf dieser Reise Pech. Die Realität entsprach weder den Bildern noch den Bewertungen, und ich fühlte mich dort so unwohl, dass wir uns entschieden, den Aufenthalt zu stornieren. Wir änderten spontan unsere Pläne und zogen in ein hübsches Hotel um. Eine Entscheidung, die sich absolut richtig anfühlte.

Nach einer guten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den letzten Wanderungen dieser Reise. Unser erstes Ziel war der Giant’s Causeway. Wir parkten beim Hotel in der Nähe und wanderten zunächst oben entlang der Klippen bis zum Shepherd’s Path. Dort waren wir fast alleine, da viele Besucher geführte Touren oder das Visitor Center nutzen.

Giant’s Causeway
Giant’s Causeway

Über den Shepherd’s Path stiegen wir die steilen Treppen hinunter (ca. 160 Stufen auf ca 90 – 100 Höhenmeter) und wanderten vorbei an den berühmten sechseckigen Basaltsäulen, die oft als Orgelpfeifen bezeichnet werden, bis zum Amphitheatre. Die Formationen entstanden vor rund 60 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Einer alten Legende nach sollen die Steine allerdings einen Weg bis nach Schottland oder sogar unter dem Meer bis nach England bilden. Unten am Causeway selbst war es dann deutlich voller, was mir einmal mehr zeigte, wie wertvoll die Nebensaison für solche Orte ist.

Danach fuhren wir weiter zur Carrick a Rede Rope Bridge. Die schmale Hängebrücke verbindet das Festland mit der kleinen Insel Carrickarede Island. Der Weg zurück ist etwas anstrengend, mit rund 100 Höhenmetern und 186 Treppenstufen, aber die Aussicht über das Meer lohnt sich.

Bevor wir den Tag ausklingen liessen, machten wir noch einen Abstecher zu den Dark Hedges. Die alte Buchenallee wirkt wie ein natürlicher Tunnel, dessen Äste sich über der Strasse ineinander verweben. Kein Wunder, dass hier Szenen für Game of Thrones gedreht wurden, die Atmosphäre ist wirklich filmreif. Obwohl der Ort inzwischen sehr bekannt ist, fanden wir einen ruhigen Moment und konnten die besondere Stimmung ganz in uns aufnehmen. Ein kurzer, aber eindrucksvoller Halt, bevor wir schliesslich zufrieden und müde in unsere Betten fielen.

Dark Hedges
Dark Hedges

Am nächsten Tag ging es für uns weiter über Belfast, bevor wir unsere letzte Übernachtung in Nordengland erreichten. Doch bevor diese Reise endete, wartete noch ein letzter Stopp auf uns: Dublin. Mehr dazu im nächsten und letzten Teil.

Etwas verpasst? Hier geht es zum Teil Nr. 4

Reiseinformationen Teil 5: Nordirland

Beste Reisezeit
April bis September
Die Vorsaison im Frühling eignet sich besonders gut, um beliebte Orte ruhiger zu erleben.

Wetter/Klima
Maritimes Klima mit häufig wechselndem Wetter. An der Küste kann es auch an sonnigen Tagen windig sein. Die Temperaturen liegen meist zwischen 12 und 18 °C. Wetterfeste Kleidung ist empfehlenswert.

Sehenswürdigkeiten

Beltany Stone Circle
Ein grosser prähistorischer Steinkreis nahe Raphoe mit weitem Blick über die Landschaft. Der Ort gilt als ehemaliger Ritualplatz und wirkt sehr ruhig und ursprünglich. Direkt daneben liegt ein kleiner Wald, der dem Ort eine fast verwunschene Stimmung verleiht.

Benone Beach
Ein langer Sandstrand an der Nordküste mit Blick auf den Mussenden Temple. Besonders weitläufig und ideal für Spaziergänge. Ein Ort mit viel Weite und Meeresluft.

Mussenden Temple
Ein markanter Rundtempel, der spektakulär auf den Klippen über dem Meer thront. Er gehört zu den bekanntesten Fotomotiven der Region.

Dunluce Castle
Eine eindrückliche Burgruine direkt an der Küste bei Ballycastle. Die Ruine liegt dramatisch auf einem Felsen über dem Meer und bietet schöne Ausblicke entlang der Küste.

Giant’s Causeway
Eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Nordirlands. Die sechseckigen Basaltsäulen entstanden durch vulkanische Aktivität vor rund 60 Millionen Jahren. Einer Legende nach bilden sie einen Weg bis nach Schottland. Frühmorgens oder in der Nebensaison ist es deutlich ruhiger.

Shepherd’s Path
Ein steiler Wanderweg vom Klippenrand hinunter zum Giant’s Causeway. Deutlich weniger frequentiert als der direkte Weg vom Visitor Center.

Carrick a Rede Rope Bridge
Eine schmale Hängebrücke, die das Festland mit Carrickarede Island verbindet. Der Weg dorthin ist etwas anstrengend, bietet aber schöne Ausblicke auf das Meer und die Küste.

Dark Hedges

Eine eindrucksvolle Buchenallee nahe Ballymoney, deren verwobene Äste einen fast tunnelartigen Effekt erzeugen. Die Stimmung ist besonders frühmorgens oder am Abend schön. Bekannt wurde der Ort durch Game of Thrones, wo er als „Kingsroad“ diente.

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