Ribelmais: traditionelles Schweizer Rezept aus dem Rheintal
Bei Schweizer Rezepten mag ich besonders, dass viele mit wenigen Zutaten auskommen und eng mit ihrer Herkunftsregion verbunden sind. Ribel gehört genau in diese Kategorie. Für das traditionelle Gericht braucht es lediglich Ribelmais, Milchwasser, Salz, Öl und Butter – und etwas Geduld.
Die Maismasse muss vor dem Braten mindestens drei Stunden quellen. Danach wird sie in der Pfanne immer wieder gerührt und zerkleinert, bis die typischen goldbraunen Ribel entstehen. Das Ergebnis schmeckt angenehm nach Mais und leicht nussig.

Was ist Ribelmais?
Rheintaler Ribelmais AOP ist eine traditionelle Maissorte aus dem Rheintal. Er wird zwischen dem Bodensee und Zizers sowie im Fürstentum Liechtenstein angebaut und verarbeitet. Seit dem 17. Jahrhundert ist Mais als Lebensmittel in dieser Region dokumentiert. Im feuchtwarmen Klima des Rheintals gedieh er besser als viele andere Getreidearten und wurde deshalb zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel.
Beim Mahlen entstehen Maisgriess, Maisdunst und Maismehl. Anders als bei vielen anderen Maisprodukten wird das ganze Korn zusammen mit dem Keimling verarbeitet. Der gemahlene Ribelmais besitzt eine weiss-beige Farbe und einen leicht süsslichen, nussigen Geschmack.
Weitere Informationen über Herkunft und Herstellung findest du bei der Schweizerischen Vereinigung der AOP-IGP.
Ribel, Türggenribel oder Ribelmais?
Mit Ribelmais ist genau genommen der Mais beziehungsweise das daraus gewonnene Mahlprodukt gemeint. Das fertig zubereitete Gericht wird Ribel, Rheintaler Ribel oder Türggenribel genannt.
Seinen Namen verdankt der Ribel der Zubereitungsart. Die Maismasse wird während des Bratens immer wieder gerührt, zerkleinert und «geribelt», bis einzelne goldbraune Krümel entstehen.
Die Maismasse ausreichend quellen lassen
Die lange Quellzeit ist für die Zubereitung wichtig. Der Ribelmais wird zunächst mit heissem Milchwasser vermischt und muss danach mindestens drei Stunden zugedeckt ruhen. Die Masse lässt sich deshalb gut am Vormittag oder bereits am Vorabend vorbereiten.
Beim Braten braucht es ebenfalls etwas Geduld. Die Maismasse wird regelmässig umgerührt und dabei mit der Kelle zerkleinert. Die Butter kommt nach und nach dazu. So entstehen mit der Zeit die charakteristischen goldbraunen Ribel.

Wozu passt Ribel?
Ribel kann süss oder herzhaft serviert werden. Traditionell wird er beispielsweise mit Milchkaffee, Zucker, Apfelmus oder Zwetschgenkompott gegessen. Er kann aber auch eine herzhafte Mahlzeit begleiten.
Wir haben den Ribel mit Apfelmus serviert. Die fruchtige Süsse passt wunderbar zum leicht nussigen Geschmack des gerösteten Maises. Ein einfaches Rezept für selbst gemachtes Apfelmus findest du in meinem Rezept für Gehacktes und Hörnli.
Weitere traditionelle Schweizer Gerichte findest du in meiner Sammlung Swiss Food Discovery.

Ribelmais
Zutaten
- 300 ml Milchwasser 50/50
- 250 g Ribelmais
- 1/2 EL Salz
- 1 EL Öl
- 20 g Butter
Anleitung
- Milchwasser mit Salz aufkochen lassen. Den Ribelmais einrühren, bis eine dicke Masse entsteht. Den Herd ausschalten und den Ribelmais für mind. 3 Stunden quellen lassen.
- Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Ribelmais zugedeckt für 15 – 20 min braten. Dabei umrühren. Die Butter portionsweise zugeben und braten, bis goldbraune Ribel entstehen.
Notizen
- Die Maismasse kann bereits am Vorabend vorbereitet werden.
- Beim Braten regelmässig umrühren, damit der Ribel gleichmässig bräunt.
- Die Pfanne sollte ausreichend gross sein, damit sich die Masse gut zerkleinern lässt.
- Dazu passen unter anderem Apfelmus, Zwetschgenkompott oder etwas Zucker.





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