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Schlagwortarchiv für: Küchenwissen

Neapolitanische und römische Pizza: die Unterschiede

4. September 2026/0 Kommentare/von Tamara

Lange Zeit war bei uns vor allem die dünne und knusprige Pizza verbreitet. Inzwischen werden in den Pizzerien immer häufiger auch neapolitanische Pizzas mit einem hohen, luftigen Rand angeboten. Gleichzeitig gibt es heute verschiedene kleine Pizzaöfen für zu Hause, mit denen sich diese Pizzaart auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon backen lässt.

Doch was unterscheidet die neapolitanische Pizza eigentlich von der römischen? Neben der Form des Randes spielen vor allem die Konsistenz des Teigs, die Backtemperatur und die Backzeit eine wichtige Rolle.

Neapolitanische Pizza: weich, luftig und sehr heiss gebacken

Die neapolitanische Pizza stammt aus Neapel. Charakteristisch sind ihre dünne, weiche Mitte und der deutlich aufgegangene, luftige Rand, der als Cornicione bezeichnet wird.

Der Teig wird mit den Händen von der Mitte nach aussen gedrückt und nicht mit dem Wallholz ausgerollt. Dabei bleibt der äussere Bereich möglichst unangetastet, damit die im Teig entstandene Luft erhalten bleibt. Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana ist die Mitte nur wenige Millimeter dick, während der Rand deutlich aufgeht.

Die traditionelle neapolitanische Pizza wird in einem sehr heissen Holzofen gebacken. Die offiziellen Richtlinien nennen Temperaturen zwischen ungefähr 430 und 480 °C sowie eine Backzeit von nur 60 bis 90 Sekunden.

Eine neapolitanische Pizza nach diesen Richtlinien lässt sich in einem gewöhnlichen Haushaltsofen daher nicht backen. Dafür braucht es einen Pizzaofen, der die nötige Temperatur erreicht. Im Haushaltsofen kann zwar eine Pizza nach neapolitanischer Art entstehen, das Ergebnis unterscheidet sich wegen der tieferen Temperatur und der längeren Backzeit jedoch von einer traditionell gebackenen Pizza Napoletana.

Der Belag ist meistens eher sparsam. Zu den bekanntesten Varianten gehören:

Pizza Marinara: Tomaten, Knoblauch, Oregano und Olivenöl

Pizza Margherita: Tomaten, Mozzarella oder Fior di Latte, Basilikum und Olivenöl

Bei dieser Art von Pizza stehen der Teig und die Qualität der wenigen Zutaten im Mittelpunkt. Durch die kurze Backzeit bleibt die Mitte weich und biegsam, während der Rand luftig aufgeht.

Neapolitanische Pizzakunst als Kulturerbe

Seit 2017 gehört die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Gemeint ist damit nicht die Pizza selbst, sondern das überlieferte Handwerk rund um die Herstellung, das Formen und das Backen des Teigs.

Römische Pizza
Römische Pizza

Römische Pizza: mehr als nur eine Variante

Von «der» römischen Pizza zu sprechen, ist eigentlich etwas zu einfach. In Rom sind verschiedene Pizzaformen verbreitet, die sich in Form, Dicke und Konsistenz deutlich unterscheiden können. Das römische Tourismusportal nennt unter anderem runde Pizza, Blechpizza und Pizza, die auf einer langen Schaufel gebacken wird.

Pizza tonda romana

Die runde römische Pizza wird traditionell sehr dünn gebacken. Ihr Rand ist flach und knusprig. In Rom wird diese Konsistenz gerne als scrocchiarella bezeichnet – also als Pizza, die beim Essen hörbar knuspert.

Im Vergleich zur neapolitanischen Pizza wird sie länger gebacken. Dadurch verliert der Teig mehr Feuchtigkeit und wird fester und knuspriger.

Der Belag kann klassisch oder reichhaltiger ausfallen. Da die Pizza bis zum Rand belegt werden kann, steht der ausgeprägte Teigrand weniger im Mittelpunkt als bei der neapolitanischen Variante.

Lange Zeit war diese dünne und knusprige Pizza auch die Variante, die bei uns in den Pizzerien erhältlich war. Inzwischen werden jedoch häufig auch neapolitanische Pizzas und Pinsa angeboten.

Pizza al taglio und Pizza in teglia

Daneben gehört auch die rechteckige, auf dem Blech gebackene Pizza zum römischen Alltag. Sie wird in Stücke geschnitten und eignet sich dadurch besonders gut als unkomplizierte Zwischenmahlzeit. In Rom findet man sie in zahlreichen Bäckereien, Imbissen und Rosticcerie.

Je nach Rezept kann dieser Teig deutlich höher, luftiger und weicher sein als jener der runden römischen Pizza. Die Aussage «Römische Pizza ist immer dünn und knusprig» lässt sich deshalb nicht auf alle römischen Pizzaarten übertragen.

Neapolitanische und römische Pizza im Vergleich

MerkmalNeapolitanische PizzaPizza tonda romana
Mittedünn und weichsehr dünn und knusprig
Randhoch und luftigflach und knusprig
Backtemperatursehr hochtiefer
Backzeitsehr kurzlänger
Belageher sparsamhäufig variabler
Konsistenzweich und biegsamfest und knusprig

Die Tabelle zeigt die typischen Merkmale. Je nach Rezept, Pizzeria und persönlicher Vorliebe gibt es natürlich auch Zwischenformen.

Neapolitanische Pizza im Restaurant
Neapolitanische Pizza

Welcher Ofen eignet sich für welche Pizza?

Kleine Pizzaöfen für neapolitanische Pizza

Wir haben zu Hause einen kleinen Pizzaofen, der mit Pellets eingefeuert wird. Darin gelingt uns die neapolitanische Pizza mit ihrem luftigen Rand und der kurzen Backzeit sehr gut.

Entscheidend ist, dass der Ofen die nötige Hitze erreicht und der Backboden ausreichend aufgeheizt ist. Die Pizza kann dann innerhalb kurzer Zeit aufgehen und backen, ohne dass die dünne Mitte trocken wird.

Haushaltsöfen mit ungefähr 300 °C

Einige Haushaltsöfen erreichen Temperaturen um 300 °C. Diese eignen sich besonders gut für eine dünne und knusprige Pizza tonda romana.

Unser Backofen erreicht zum Glück diese Temperatur. Ich verwende dafür einen Pizzastein und die spezielle Pizzafunktion des Ofens. Diese Kombination sorgt für kräftige Unterhitze und einen knusprigen Boden.

Pizza bei 230 °C backen

Erreicht der Haushaltsofen nur 230 °C, bedeutet das nicht, dass darin keine gute Pizza gelingen kann. In meinen Pizzakursen arbeiten wir ebenfalls mit Haushaltsöfen, die ungefähr diese Temperatur erreichen.

Mit der richtigen Vorbereitung, einem gut vorgeheizten Pizzastein und ein paar weiteren Tricks lassen sich darin sehr gute römische Pizzas backen.

Wichtig ist, dass der Ofen und der Pizzastein ausreichend lange vorgeheizt werden. Nur so bekommt der Teig von Anfang an genügend Unterhitze. Wird der Stein erst kurz vor dem Backen in den Ofen gelegt, kann er seine Wirkung nicht entfalten.

Warum weniger Belag oft besser ist

Das Überladen der Pizza ist in meinen Pizzakursen immer wieder ein Thema. Manchmal muss ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar aktiv davon abhalten, noch mehr Zutaten auf ihre Pizza zu legen.

Gerade beim Backen in einem Haushaltsofen mit ungefähr 230 °C ist ein zurückhaltender Belag wichtig. Zu viel Sauce, Mozzarella oder wasserreiches Gemüse bringt viel Feuchtigkeit auf den Teig. Dadurch verlängert sich die Backzeit, und der Boden kann weich bleiben, statt knusprig zu werden.

Weniger ist hier tatsächlich mehr: Ein dünner Teig, wenig Sauce und einige gezielt ausgewählte Zutaten backen gleichmässiger.

Mozzarella und andere feuchte Zutaten sollten vor dem Belegen gut abtropfen. Sehr wasserreiches Gemüse kann je nach Sorte vorher kurz angebraten, gesalzen oder anderweitig entwässert werden.

Empfindliche Zutaten wie Rucola, frische Kräuter, Rohschinken oder Burrata kommen am besten erst nach dem Backen auf die Pizza. So bleiben sie frisch und verlieren weder ihre Konsistenz noch ihr Aroma.

Pizza auf Backpapier - selbstgemacht
Pizza mit selbstgemachter Tomatensauce

Welche Pizza passt zu welchem Geschmack?

Die neapolitanische Pizza passt zu allen, die einen weichen Teig mit einer dünnen Mitte und einem hohen, luftigen Rand mögen. Die Pizza tonda romana ist ideal für Menschen, die einen sehr dünnen und knusprigen Boden bevorzugen.

Ich persönlich mag beide Pizzaarten. Am liebsten ist mir allerdings eine Pizza tonda romana mit einem etwas luftigeren Rand als üblich, aber einem schön knusprigen Boden. Damit liegt meine Lieblingspizza irgendwo zwischen der klassischen römischen und der neapolitanischen Variante.


Quellen und weiterführende Informationen

Associazione Verace Pizza Napoletana:
International Regulations – Vera Pizza Napoletana. Informationen zu den Merkmalen, zur Zubereitung und zum Backen der traditionellen neapolitanischen Pizza.
https://www.pizzanapoletana.org/en/ricetta_pizza_napoletana
Abgerufen am 29. Juli 2026.

UNESCO Intangible Cultural Heritage:
Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’. Informationen zur Aufnahme der neapolitanischen Pizzaiuolo-Kunst in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2017.
https://ich.unesco.org/en/RL/art-of-neapolitan-pizzaiuolo-00722
Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma:
La pizza. Informationen zur römischen Pizzakultur, zur dünnen und knusprigen Pizza tonda sowie zur Pizza in teglia und Pizza al taglio.
https://www.turismoroma.it/it/node/34890
Abgerufen am 29. Juli 2026.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2025/02/Pizza.jpg 1600 1200 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-09-04 08:00:002026-07-29 17:39:45Neapolitanische und römische Pizza: die Unterschiede
Salat in Schüssel

Bunter Schnippelsalat – Kinderrezept zum Schneiden lernen

24. August 2026/0 Kommentare/von Tamara

Sicher schneiden mit Tunnelgriff und Krallengriff

Schneiden lernen mit Kindern

Das Üben und der richtige Umgang mit dem Messer macht nicht nur Spass, sondern kann auch Unfällen vorbeugen. Die Kinder lernen, konzentriert zu arbeiten, das Schneidbrett stabil hinzulegen und die Finger der haltenden Hand zu schützen. Dabei zeige ich ihnen den Tunnelgriff und den Krallengriff.

Tunnelgriff

Beim Tunnelgriff bilden Daumen und Finger einen Tunnel über dem Lebensmittel. Das Messer wird vorsichtig durch diesen Tunnel geführt. Diese Technik eignet sich besonders gut, um rundes oder längliches Gemüse zunächst zu halbieren. Anschliessend wird das Gemüse mit der flachen Schnittseite auf das Schneidbrett gelegt, damit es nicht mehr wegrollen kann.

Krallengriff

Beim Krallengriff wird das Gemüse mit leicht eingerollten Fingerspitzen festgehalten. Der Daumen bleibt hinter den anderen Fingern. Das Messer wird vor den Fingerknöcheln geführt, sodass die Fingerspitzen geschützt sind. Mit diesem Griff lassen sich beispielsweise Gurken in Halbmonde oder Peperoni in Streifen und Würfel schneiden.

Kinderküche - Bunter Schnippelsalat
Bunter Schnippelsalat – Schneiden lernen mit Kindern

Richtige Küchenmesser statt stumpfer Kindermesser

Ein scharfes und gut in der Hand liegendes Küchenmesser schneidet Gemüse sauber, ohne dass viel Druck nötig ist. Das ist besonders bei Tomaten oder Peperoni hilfreich. Mit einem stumpfen Kinder- oder Plastikmesser muss häufig stärker gedrückt werden. Dabei kann das Lebensmittel zerquetscht werden oder das Messer abrutschen.

Das Messer sollte zur Grösse der Kinderhände passen und sich gut festhalten lassen. Wichtig sind ausserdem ein rutschfestes Schneidbrett, eine ruhige Arbeitsweise und die direkte Begleitung durch eine erwachsene Person. Für kleinere Kinder kann ein gut schneidendes Kindermesser mit abgerundeter Spitze sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass es sich um ein geeignetes Küchenwerkzeug handelt und nicht um ein stumpfes Spielzeugmesser.

Beim bunten Schnippelsalat können die Kinder beide Schneidetechniken gleich an verschiedenen Gemüsesorten ausprobieren. Am Ende werden alle Zutaten mit einer einfachen Salatsauce vermischt. So entsteht aus der Schneideübung ein farbenfroher Salat, den die Kinder selbst zubereitet haben.

Rezept für bunten Schnippelsalat

Dies ist eines der ersten Rezepte, die ich mit den Kids in der Schule zubereite. Nicht nur, weil der Salat gesund ist und mit seinen bunten Farben gute Laune verbreitet, sondern vor allem, weil die Kinder damit wunderbar das richtige Schneiden lernen können.

In unserer Schulküche, in der normalerweise Jugendliche aus der ersten Oberstufe Hauswirtschaftsunterricht haben, gibt es keine speziellen Kindermesser. Mit den acht- bis elfjährigen Kindern klappt das Schneiden mit den vorhandenen Küchenmessern unter Anleitung und Aufsicht wunderbar. Auch jüngere Kinder können den Umgang mit einem richtigen Messer Schritt für Schritt lernen, wenn eine erwachsene Person sie dabei aufmerksam begleitet.

Salat in Schüssel
Bunter Schnippelsalat
Salat in Schüssel
Rezept drucken

Bunter Schnippelsalat

Ein bunter Salat zum üben des Tunnel- und Krallengriffes.
Servings: 4 Portionen
Calories: 100kcal

Zutaten

  • 2 Stück Tomaten
  • 1 Stück Gurke
  • 1 Stück Peperoni rot oder gelb

Salatsauce

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Essig z. B. Balsamico oder Apfelessig
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL frische Kräuter gehackt
  • 1 TL Honig

Anleitungen

  • Tomaten waschen und in Stücke schneiden. Gurke waschen, halbieren und in Halbmonde schneiden. Peperoni waschen, entkernen und in Streifen oder Würfel schneiden. Alles in eine Schüssel geben.
  • Für die Salatsauce Öl, Essig, Gewürze und Kräuter in einer kleinen Schüssel verrühren. Sauce über den Salat geben und gut mischen.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2026/08/Salat.jpg 1126 2000 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-08-24 08:00:002026-08-05 09:38:15Bunter Schnippelsalat – Kinderrezept zum Schneiden lernen

Pizza, Pinsa und Focaccia: Das sind die Unterschiede

21. August 2026/0 Kommentare/von Tamara

Pizza, Pinsa und Focaccia gehören zu den bekanntesten Klassikern der italienischen Küche. Im Zentrum steht dabei immer ein Teig, der mit wenigen Grundzutaten auskommt. Je nach Variante gehören dazu Mehl, Wasser, Hefe oder Sauerteig, Salz und Olivenöl.

Aus diesen einfachen Grundzutaten haben sich ganz unterschiedliche regionale Spezialitäten entwickelt. Eine neapolitanische Pizza hat wenig mit einer dünnen römischen Pizza gemeinsam. Eine Focaccia wird anders geformt, gewürzt und gebacken als eine Pinsa. Selbst innerhalb der einzelnen Kategorien gibt es zahlreiche regionale Varianten, welche diese Gebäcke wunderbar flexibel und abwechslungsreich machen

Was unterscheidet Pizza, Pinsa und Focaccia also voneinander? Ein Blick auf Herkunft, Teig, Form und Backweise bringt vielleicht etwas Ordnung in die italienische Teigvielfalt. Das Gebiet ist aber so gross, dass es fast unmöglich ist alle Aspekte zu erfassen.

Was haben Pizza, Pinsa und Focaccia gemeinsam?

Pizza, Pinsa und Focaccia gehören zur grossen Familie der gebackenen Fladen- und Hefeteige. Der Teig wird aus wenigen Zutaten hergestellt, darf ruhen und wird anschliessend bei hoher Temperatur gebacken.

Die Unterschiede entstehen vor allem durch:

  • die verwendeten Mehlsorten
  • den Wasseranteil im Teig
  • die Dauer der Teigruhe
  • die Form und Dicke des Teigs
  • die Backtemperatur und Backzeit
  • die Art und Menge des Belags

Die Grenzen sind dabei nicht immer eindeutig. Besonders bei Pizza und Focaccia gibt es in Italien zahlreiche regionale Varianten, die sich in Form, Konsistenz und Zubereitung teilweise stark unterscheiden.

Pizza in der Pizzaria
Pizza

Neapolitanische Pizza: weich und luftig

Die neapolitanische Pizza ist für ihre dünne, weiche Mitte und den hohen, luftigen Rand bekannt. Sie wird bei sehr hoher Temperatur nur kurz gebacken und eher sparsam belegt. Dadurch stehen der Teig und die Qualität der wenigen Zutaten im Mittelpunkt.

Seit 2017 gehört die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Gemeint ist damit nicht die Pizza selbst, sondern das traditionelle Handwerk rund um die Teigherstellung, das Formen und das Backen.

Römische Pizza: dünn und knusprig

Die runde römische Pizza ist deutlich dünner und knuspriger als die neapolitanische Variante. Sie wird länger gebacken und besitzt normalerweise keinen stark aufgegangenen Rand.

In Rom gibt es jedoch nicht nur diese eine Pizzaform. Auch rechteckige Blechpizzas sowie Pizza al taglio, die in Stücke geschnitten verkauft wird, gehören zur römischen Pizzakultur.

Lange Zeit war die dünne, knusprige Pizza auch die Variante, die bei uns in den Pizzerien erhältlich war. Inzwischen werden jedoch häufig auch neapolitanische Pizzas und Pinsa angeboten.

Pinsa Romana auf einem Holzbrett
Pinsa Romana

Pinsa: alte Bezüge und moderne Rezeptur

Die Pinsa wird häufig mit einfachen Fladenbroten aus dem antiken Rom in Verbindung gebracht. Die Pinsa Romana, wie wir sie heute kennen, ist allerdings eine moderne Weiterentwicklung.

Typisch sind ihre ovale Form, ein hoher Wasseranteil und eine längere Teigführung. Häufig wird eine Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl verwendet. Dadurch wird der Teig innen luftig und bleibt aussen knusprig.

Wie schnell ein Gericht durch eine Fernsehsendung bekannt werden kann, habe ich Anfang 2020 selbst erlebt. Nachdem Galileo die Pinsa in einer Sendung vorgestellt hatte, gingen die Aufrufe meines bereits zuvor veröffentlichten Pinsa-Rezepts durch die Decke.

Mein Rezept für Pinsa Romana

Focaccia Svizzera im Anschnitt
Focaccia Svizzera

Focaccia: weich, aromatisch und vielseitig

Focaccia ist ein italienisches Fladenbrot, das besonders eng mit der ligurischen Küche verbunden ist. Der Teig ist meist dicker und weicher als ein klassischer Pizzateig. Charakteristisch sind die mit den Fingern eingedrückten Vertiefungen sowie reichlich Olivenöl und Salz auf der Oberfläche.

Focaccia kann schlicht mit Rosmarin serviert oder mit Oliven, Zwiebeln, Tomaten und anderem Gemüse ergänzt werden. Sie passt als Beilage, zum Apéro oder als eigenständige Mahlzeit.

Auch bei Focaccia gibt es unterschiedliche regionale Varianten. Nicht jede davon ist dick und luftig: Die Focaccia di Recco besteht beispielsweise aus zwei sehr dünnen Teigschichten mit einer Käsefüllung.

Mein Rezept für Focaccia Svizzera

Pizza, Pinsa und Focaccia im kurzen Vergleich

SpezialitätTypische FormKonsistenzBesonderheit
Neapolitanische Pizzarundweiche Mitte mit luftigem Randsehr kurze Backzeit bei hoher Temperatur
Römische Pizzarund oder rechteckigje nach Variante dünn und knusprig oder höher und luftigverschiedene römische Pizzaformen
Pinsameist ovalinnen luftig, aussen knusprighäufig besondere Mehlmischung und lange Teigführung
Focacciarund oder rechteckigmeist dicker und weichOlivenöl und typische Vertiefungen

Die Merkmale in der Tabelle dienen als Orientierung. Innerhalb jeder Kategorie gibt es unterschiedliche Rezepte und regionale Ausführungen.

Welche Variante passt zu wem?

Wer einen weichen Teig mit einem hohen, luftigen Rand mag, greift wahrscheinlich am liebsten zur neapolitanischen Pizza. Für alle, die einen dünnen und knusprigen Boden bevorzugen, ist die römische Pizza tonda eine gute Wahl.

Pinsa passt zu allen, die einen luftigen Teig mit knuspriger Oberfläche und vielseitigen Belagsmöglichkeiten mögen. Focaccia ist besonders unkompliziert und lässt sich als Beilage, zum Apéro oder als kleines Essen servieren. Welche Variante die beste ist, lässt sich kaum allgemein beantworten.


Quellen und weiterführende Informationen

Associazione Verace Pizza Napoletana
International Regulations – Vera Pizza Napoletana
Informationen zu den Merkmalen, zur Herstellung und zur traditionellen Backweise der neapolitanischen Pizza. Abgerufen am 29. Juli 2026.

UNESCO Intangible Cultural Heritage
Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’
Informationen zur Aufnahme der Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2017. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma
La pizza
Informationen zur römischen Pizza tonda, zur knusprigen Scrocchiarella sowie zu Pizza al taglio und weiteren römischen Pizzaformen. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma
La Pinsa Romana
Informationen zur modernen Entwicklung der Pinsa Romana, zu ihrer ovalen Form, zur Mehlmischung und zur Abgrenzung von der häufig erzählten antiken Ursprungsgeschichte. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Di Marco – Herstellerinformation
Die Geschichte der Pinsa Romana
Herstellerangaben zur Entwicklung der modernen Pinsa durch Corrado Di Marco und zu den Merkmalen der ursprünglichen Mehlmischung. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Italia.it
11 typische Produkte aus Ligurien
Informationen zur Focaccia genovese, zu ihren typischen Vertiefungen und Belägen sowie zur Focaccia di Recco. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Joyn / ProSieben
Galileo – Pizza weltweit 3.0
Galileo-Folge vom 26. Januar 2020, in der die Pinsa einem breiten Publikum vorgestellt wurde. Abgerufen am 29. Juli 2026.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2026/08/PizzaTitelbild.jpg 1128 2000 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-08-21 08:00:002026-07-29 17:41:13Pizza, Pinsa und Focaccia: Das sind die Unterschiede

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