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Cakes, Cookies and more

Was ist Pinsa? Herkunft, Teig und Unterschied zur Pizza

18. September 2026/0 Kommentare/von Tamara

Manchmal lässt sich an den Zugriffszahlen eines Blogs ziemlich genau erkennen, welches Gericht gerade plötzlich in aller Munde ist. Genau das habe ich Anfang 2020 mit meinem Pinsa-Rezept erlebt.

Veröffentlicht hatte ich das Rezept bereits am 2. Oktober 2019. Damals war die Pinsa bei uns noch eher wenig bekannt. Am 26. Januar 2020 stellte Galileo sie in der Sendung «Pizza weltweit 3.0» vor. Kurz danach gingen die Aufrufe meines Rezepts durch die Decke. Plötzlich wollten sehr viele Menschen wissen, was eine Pinsa ist und wie sie sich zu Hause zubereiten lässt.

In der Sendung wurde die Pinsa als wiederentdeckte «antike» Pizza vorgestellt. Ganz so einfach ist ihre Geschichte allerdings nicht. Die heutige Pinsa Romana ist eine moderne Entwicklung, auch wenn ihr Name und ihre Form Bezüge zu früheren Fladenbroten herstellen.

Pinsa Romana auf einem Holzbrett
Pinsa Romana

Was ist eine Pinsa?

Eine Pinsa ist ein italienisches Fladengebäck mit einer meist ovalen und etwas unregelmässigen Form. Typisch sind eine knusprige Oberfläche und ein weiches, luftiges Inneres.

Der Teig enthält in der bekannten modernen Variante neben Weizenmehl auch Reis- und Sojamehl. Dazu kommen ein verhältnismässig hoher Wasseranteil und eine längere Teigführung. Die genaue Zusammensetzung kann jedoch je nach Rezept oder verwendetem Mehlprodukt variieren.

Pinsa wird ähnlich wie Pizza belegt. Häufig wird der Teig zunächst vorgebacken und anschliessend mit den gewünschten Zutaten fertig gebacken. Frische oder empfindliche Zutaten können auch erst nach dem Backen daraufkommen.

Ist die Pinsa wirklich ein Gericht aus dem antiken Rom?

Die Pinsa wird häufig mit einfachen Fladenbroten in Verbindung gebracht, die bereits im antiken Rom gegessen worden sein sollen. Auch in der Galileo-Sendung wurde sie als eine Art antike Pizza vorgestellt.

Das offizielle Tourismusportal der Stadt Rom bezeichnet diese Geschichte inzwischen jedoch als reizvolle, aber fantasievolle Legende. Die moderne Pinsa sei weder eine überlieferte Variante des römischen Libum noch eines anderen eindeutig belegten antiken Fladenbrotes.

Die Pinsa Romana, wie wir sie heute kennen, entstand demnach im Jahr 2001. Entwickelt wurde sie vom Unternehmer Corrado Di Marco, der eine besondere Mehlmischung mit einer eigenen Methode der Teigführung kombinierte. Auch das Unternehmen Di Marco nennt 2001 als Entstehungsjahr der modernen Pinsa.

Die Formulierung «wiederentdeckte antike Pizza» ist deshalb irreführend. Treffender ist: Die Pinsa besitzt sprachliche und kulturelle Bezüge zu römischen Fladenbroten, ihre heutige Rezeptur ist jedoch eine moderne Entwicklung.

Anschnitt der Pinsa Romana auf einem Holzbrett
Anschnitt der Pinsa Romana

Woher kommt der Name Pinsa?

Der Name wird vom lateinischen Verb pinsere abgeleitet. Es kann mit «zerdrücken», «pressen» oder «flach drücken» übersetzt werden und soll sich auf das Formen des Teigs beziehen.

Diese sprachliche Verbindung zum Lateinischen dürfte dazu beigetragen haben, dass sich die Erzählung von der antiken Pinsa so hartnäckig gehalten hat. Ein Name mit historischen Wurzeln bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch das heutige Rezept unverändert aus der Antike überliefert wurde.

Was ist am Pinsa-Teig besonders?

Für die moderne Originale Pinsa Romana wird eine Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl sowie getrocknetem Weizensauerteig verwendet. Das Weizenmehl bildet die Grundlage und gibt dem Teig Struktur. Reis- und Sojamehl beeinflussen unter anderem die Verarbeitung und die spätere Konsistenz.

Charakteristisch sind ausserdem:

  • ein hoher Wasseranteil
  • eine lange Teigführung
  • eine offene, unregelmässige Porung
  • eine knusprige Oberfläche
  • ein weiches und luftiges Inneres
  • die typische ovale Form

Für die Originalmischung nennt der Hersteller Wasseranteile von bis zu ungefähr 80 Prozent und lange Reifezeiten. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf die Rezeptur und die Mehlmischungen von Di Marco. Sie sind keine allgemeingültige Vorgabe für jede Pinsa.

Auch Rezepte für zu Hause können davon abweichen. In meinem Pinsa-Rezept wird beispielsweise neben Weiss-, Vollkorn- und Reismehl auch Kichererbsenmehl oder wahlweise Sojamehl verwendet. Das Rezept entstand im Rahmen eines Synchronbackens und ist damit eine eigene Variante, nicht die genaue Rezeptur der Originalen Pinsa Romana.

Rezept für Pinsa Romana

Pinsa und Pizza: Was ist der Unterschied?

Pinsa und Pizza bestehen beide aus einem gegangenen Teig und können mit ähnlichen Zutaten belegt werden. Trotzdem gibt es einige typische Unterschiede.

MerkmalPinsaKlassische Pizza
Formmeist oval und unregelmässigmeistens rund
Mehlhäufig Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehlüberwiegend Weizenmehl
Wasseranteilhäufig hochabhängig von der Pizzaart
Teigführungmeist langje nach Rezept sehr unterschiedlich
Konsistenzinnen luftig, aussen knusprigje nach Pizzaart weich oder knusprig
Zubereitunghäufig vorgebackenmeist direkt mit dem Belag gebacken
Belagteilweise erst nach dem Vorbacken ergänzthäufig vor dem Backen aufgelegt

Dieser Vergleich dient nur als Orientierung. Pizza ist ein sehr weiter Begriff: Eine neapolitanische Pizza ist weich und biegsam, während eine Pizza tonda romana dünn und knusprig gebacken wird. Auch bei der Pinsa unterscheiden sich Rezepte und fertige Produkte teilweise deutlich voneinander.

[Interner Link: Neapolitanische und römische Pizza im Vergleich]

Wie wird eine Pinsa geformt?

Der Pinsa-Teig wird nicht mit dem Wallholz ausgerollt. Er wird vorsichtig mit den Händen auseinandergezogen und in seine typische längliche, ovale Form gebracht.

Gerade bei einem weichen, wasserreichen Teig ist eine behutsame Verarbeitung wichtig. Wird er zu stark gedrückt oder geknetet, gehen viele der während der Teigruhe entstandenen Luftblasen wieder verloren.

Etwas Mehl oder Weizendunst auf der Arbeitsfläche kann dabei helfen, dass der Teig nicht festklebt. Wie viel davon nötig ist, hängt jedoch von der Konsistenz des jeweiligen Teigs ab.

Wie lässt sich Pinsa belegen?

Pinsa kann ähnlich belegt werden wie Pizza. Dabei lohnt es sich, den Teig nicht mit zu vielen Zutaten zu beschweren. Ein zurückhaltender Belag lässt die luftige Struktur und die knusprige Oberfläche besser zur Geltung kommen.

Für einen klassischen Belag eignen sich beispielsweise Tomatensauce, Mozzarella und Kräuter. Feuchte Zutaten sollten gut abtropfen, damit der Boden beim Backen nicht weich wird.

Empfindliche Zutaten kommen am besten erst nach dem Backen auf die Pinsa. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rucola
  • frische Kräuter
  • Rohschinken
  • Burrata
  • frische Tomaten
  • gehobelter Parmesan

Auch saisonales Gemüse, Pilze oder verschiedene Käsesorten passen gut. Entscheidend ist weniger die Menge als eine Kombination, bei der die einzelnen Zutaten noch erkennbar bleiben.

Pinsa Romana aus Hefeteig

Ist Pinsa bekömmlicher als Pizza?

Pinsa wird häufig als besonders leicht oder bekömmlich beworben. Als Gründe werden meist der hohe Wasseranteil, die lange Teigführung und die verwendete Mehlmischung genannt. Auch Di Marco und das römische Tourismusportal verwenden entsprechende Beschreibungen. Dabei handelt es sich teilweise um Hersteller- beziehungsweise Marketingangaben.

Eine allgemeine Aussage, dass Pinsa grundsätzlich besser verträglich sei als Pizza, lässt sich daraus nicht ableiten. Wie gut ein Teig vertragen wird, hängt unter anderem vom Rezept, von der Teigführung, vom Belag, von der gegessenen Menge und von der einzelnen Person ab.

Pinsa ist ausserdem nicht automatisch glutenfrei. Enthält sie Weizenmehl, enthält sie auch Gluten. Einzelne Anbieter führen zwar spezielle glutenfreie Varianten, diese dürfen aber nicht mit der üblichen Pinsa aus Weizen-, Reis- und Sojamehl verwechselt werden.

Eine moderne Spezialität mit überraschender Erfolgsgeschichte

Die heutige Pinsa Romana ist also keine unverändert überlieferte Speise aus dem antiken Rom. Sie ist eine moderne Entwicklung, die historische Bezüge, eine besondere Mehlmischung und eine eigene Art der Teigführung miteinander verbindet.

Dass sie innerhalb weniger Jahre auch ausserhalb Italiens bekannt wurde, habe ich 2020 direkt an den Aufrufen meines Rezepts gesehen. Nach der Galileo-Sendung wollten plötzlich sehr viele Menschen wissen, was hinter dem ovalen Fladen steckt.

Heute findet man Pinsa nicht mehr nur in spezialisierten Pinserien. Sie wird auch in Pizzerien angeboten und ist als vorgebackener Boden im Handel erhältlich. Trotzdem lohnt es sich, bei Rezepten und Produkten genauer hinzuschauen: Nicht jede ovale Pizza ist automatisch eine Pinsa, und nicht jede Pinsa folgt genau der ursprünglichen modernen Rezeptur.

Wer sie selbst ausprobieren möchte, findet hier mein Rezept mit langer Teigführung und einer Mischung aus verschiedenen Mehlsorten:

Mein Rezept für Pinsa Romana

Weitere Teile der Serie:

Pizza, Pinsa und Focaccia – die Unterschiede

Neapolitanische und römische Pizza im Vergleich


Quellen und weiterführende Informationen

Turismo Roma
La Pinsa Romana
Informationen zur modernen Entstehung der Pinsa Romana, zur häufig erzählten Geschichte ihres antiken Ursprungs sowie zu Form, Mehlmischung und Teigführung. Abgerufen am 30. Juli 2026.

Di Marco – Herstellerinformation
Pinsa romana: tutto quello che devi sapere
Herstellerangaben zur Entwicklung der modernen Pinsa durch Corrado Di Marco, zur verwendeten Mehlmischung, zum Wasseranteil und zur langen Teigführung. Aussagen zur Leichtigkeit und Bekömmlichkeit sind als Herstellerangaben zu verstehen. Abgerufen am 30. Juli 2026.

Joyn / ProSieben
Galileo – Pizza weltweit 3.0
Galileo-Folge vom 26. Januar 2020, in der die Pinsa in Rom vorgestellt und mit anderen Pizzaarten verglichen wurde. Abgerufen am 30. Juli 2026.

Cakes, Cookies and more
Rezept für Pinsa Romana
Mein Pinsa-Rezept mit langer Teigführung sowie einer Mischung aus Weissmehl, Reismehl und Kichererbsen- oder Sojamehl. Veröffentlicht am 2. Oktober 2019.


https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2019/09/Pinsa-Romana-mit-Tomatensauce-und-Mozarella.jpg 600 800 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-09-18 08:00:002026-07-30 10:38:33Was ist Pinsa? Herkunft, Teig und Unterschied zur Pizza

Neapolitanische und römische Pizza: die Unterschiede

4. September 2026/0 Kommentare/von Tamara

Lange Zeit war bei uns vor allem die dünne und knusprige Pizza verbreitet. Inzwischen werden in den Pizzerien immer häufiger auch neapolitanische Pizzas mit einem hohen, luftigen Rand angeboten. Gleichzeitig gibt es heute verschiedene kleine Pizzaöfen für zu Hause, mit denen sich diese Pizzaart auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon backen lässt.

Doch was unterscheidet die neapolitanische Pizza eigentlich von der römischen? Neben der Form des Randes spielen vor allem die Konsistenz des Teigs, die Backtemperatur und die Backzeit eine wichtige Rolle.

Neapolitanische Pizza: weich, luftig und sehr heiss gebacken

Die neapolitanische Pizza stammt aus Neapel. Charakteristisch sind ihre dünne, weiche Mitte und der deutlich aufgegangene, luftige Rand, der als Cornicione bezeichnet wird.

Der Teig wird mit den Händen von der Mitte nach aussen gedrückt und nicht mit dem Wallholz ausgerollt. Dabei bleibt der äussere Bereich möglichst unangetastet, damit die im Teig entstandene Luft erhalten bleibt. Nach den Regeln der Associazione Verace Pizza Napoletana ist die Mitte nur wenige Millimeter dick, während der Rand deutlich aufgeht.

Die traditionelle neapolitanische Pizza wird in einem sehr heissen Holzofen gebacken. Die offiziellen Richtlinien nennen Temperaturen zwischen ungefähr 430 und 480 °C sowie eine Backzeit von nur 60 bis 90 Sekunden.

Eine neapolitanische Pizza nach diesen Richtlinien lässt sich in einem gewöhnlichen Haushaltsofen daher nicht backen. Dafür braucht es einen Pizzaofen, der die nötige Temperatur erreicht. Im Haushaltsofen kann zwar eine Pizza nach neapolitanischer Art entstehen, das Ergebnis unterscheidet sich wegen der tieferen Temperatur und der längeren Backzeit jedoch von einer traditionell gebackenen Pizza Napoletana.

Der Belag ist meistens eher sparsam. Zu den bekanntesten Varianten gehören:

Pizza Marinara: Tomaten, Knoblauch, Oregano und Olivenöl

Pizza Margherita: Tomaten, Mozzarella oder Fior di Latte, Basilikum und Olivenöl

Bei dieser Art von Pizza stehen der Teig und die Qualität der wenigen Zutaten im Mittelpunkt. Durch die kurze Backzeit bleibt die Mitte weich und biegsam, während der Rand luftig aufgeht.

Neapolitanische Pizzakunst als Kulturerbe

Seit 2017 gehört die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Gemeint ist damit nicht die Pizza selbst, sondern das überlieferte Handwerk rund um die Herstellung, das Formen und das Backen des Teigs.

Römische Pizza
Römische Pizza

Römische Pizza: mehr als nur eine Variante

Von «der» römischen Pizza zu sprechen, ist eigentlich etwas zu einfach. In Rom sind verschiedene Pizzaformen verbreitet, die sich in Form, Dicke und Konsistenz deutlich unterscheiden können. Das römische Tourismusportal nennt unter anderem runde Pizza, Blechpizza und Pizza, die auf einer langen Schaufel gebacken wird.

Pizza tonda romana

Die runde römische Pizza wird traditionell sehr dünn gebacken. Ihr Rand ist flach und knusprig. In Rom wird diese Konsistenz gerne als scrocchiarella bezeichnet – also als Pizza, die beim Essen hörbar knuspert.

Im Vergleich zur neapolitanischen Pizza wird sie länger gebacken. Dadurch verliert der Teig mehr Feuchtigkeit und wird fester und knuspriger.

Der Belag kann klassisch oder reichhaltiger ausfallen. Da die Pizza bis zum Rand belegt werden kann, steht der ausgeprägte Teigrand weniger im Mittelpunkt als bei der neapolitanischen Variante.

Lange Zeit war diese dünne und knusprige Pizza auch die Variante, die bei uns in den Pizzerien erhältlich war. Inzwischen werden jedoch häufig auch neapolitanische Pizzas und Pinsa angeboten.

Pizza al taglio und Pizza in teglia

Daneben gehört auch die rechteckige, auf dem Blech gebackene Pizza zum römischen Alltag. Sie wird in Stücke geschnitten und eignet sich dadurch besonders gut als unkomplizierte Zwischenmahlzeit. In Rom findet man sie in zahlreichen Bäckereien, Imbissen und Rosticcerie.

Je nach Rezept kann dieser Teig deutlich höher, luftiger und weicher sein als jener der runden römischen Pizza. Die Aussage «Römische Pizza ist immer dünn und knusprig» lässt sich deshalb nicht auf alle römischen Pizzaarten übertragen.

Neapolitanische und römische Pizza im Vergleich

MerkmalNeapolitanische PizzaPizza tonda romana
Mittedünn und weichsehr dünn und knusprig
Randhoch und luftigflach und knusprig
Backtemperatursehr hochtiefer
Backzeitsehr kurzlänger
Belageher sparsamhäufig variabler
Konsistenzweich und biegsamfest und knusprig

Die Tabelle zeigt die typischen Merkmale. Je nach Rezept, Pizzeria und persönlicher Vorliebe gibt es natürlich auch Zwischenformen.

Neapolitanische Pizza im Restaurant
Neapolitanische Pizza

Welcher Ofen eignet sich für welche Pizza?

Kleine Pizzaöfen für neapolitanische Pizza

Wir haben zu Hause einen kleinen Pizzaofen, der mit Pellets eingefeuert wird. Darin gelingt uns die neapolitanische Pizza mit ihrem luftigen Rand und der kurzen Backzeit sehr gut.

Entscheidend ist, dass der Ofen die nötige Hitze erreicht und der Backboden ausreichend aufgeheizt ist. Die Pizza kann dann innerhalb kurzer Zeit aufgehen und backen, ohne dass die dünne Mitte trocken wird.

Haushaltsöfen mit ungefähr 300 °C

Einige Haushaltsöfen erreichen Temperaturen um 300 °C. Diese eignen sich besonders gut für eine dünne und knusprige Pizza tonda romana.

Unser Backofen erreicht zum Glück diese Temperatur. Ich verwende dafür einen Pizzastein und die spezielle Pizzafunktion des Ofens. Diese Kombination sorgt für kräftige Unterhitze und einen knusprigen Boden.

Pizza bei 230 °C backen

Erreicht der Haushaltsofen nur 230 °C, bedeutet das nicht, dass darin keine gute Pizza gelingen kann. In meinen Pizzakursen arbeiten wir ebenfalls mit Haushaltsöfen, die ungefähr diese Temperatur erreichen.

Mit der richtigen Vorbereitung, einem gut vorgeheizten Pizzastein und ein paar weiteren Tricks lassen sich darin sehr gute römische Pizzas backen.

Wichtig ist, dass der Ofen und der Pizzastein ausreichend lange vorgeheizt werden. Nur so bekommt der Teig von Anfang an genügend Unterhitze. Wird der Stein erst kurz vor dem Backen in den Ofen gelegt, kann er seine Wirkung nicht entfalten.

Warum weniger Belag oft besser ist

Das Überladen der Pizza ist in meinen Pizzakursen immer wieder ein Thema. Manchmal muss ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar aktiv davon abhalten, noch mehr Zutaten auf ihre Pizza zu legen.

Gerade beim Backen in einem Haushaltsofen mit ungefähr 230 °C ist ein zurückhaltender Belag wichtig. Zu viel Sauce, Mozzarella oder wasserreiches Gemüse bringt viel Feuchtigkeit auf den Teig. Dadurch verlängert sich die Backzeit, und der Boden kann weich bleiben, statt knusprig zu werden.

Weniger ist hier tatsächlich mehr: Ein dünner Teig, wenig Sauce und einige gezielt ausgewählte Zutaten backen gleichmässiger.

Mozzarella und andere feuchte Zutaten sollten vor dem Belegen gut abtropfen. Sehr wasserreiches Gemüse kann je nach Sorte vorher kurz angebraten, gesalzen oder anderweitig entwässert werden.

Empfindliche Zutaten wie Rucola, frische Kräuter, Rohschinken oder Burrata kommen am besten erst nach dem Backen auf die Pizza. So bleiben sie frisch und verlieren weder ihre Konsistenz noch ihr Aroma.

Pizza auf Backpapier - selbstgemacht
Pizza mit selbstgemachter Tomatensauce

Welche Pizza passt zu welchem Geschmack?

Die neapolitanische Pizza passt zu allen, die einen weichen Teig mit einer dünnen Mitte und einem hohen, luftigen Rand mögen. Die Pizza tonda romana ist ideal für Menschen, die einen sehr dünnen und knusprigen Boden bevorzugen.

Ich persönlich mag beide Pizzaarten. Am liebsten ist mir allerdings eine Pizza tonda romana mit einem etwas luftigeren Rand als üblich, aber einem schön knusprigen Boden. Damit liegt meine Lieblingspizza irgendwo zwischen der klassischen römischen und der neapolitanischen Variante.


Quellen und weiterführende Informationen

Associazione Verace Pizza Napoletana:
International Regulations – Vera Pizza Napoletana. Informationen zu den Merkmalen, zur Zubereitung und zum Backen der traditionellen neapolitanischen Pizza.
https://www.pizzanapoletana.org/en/ricetta_pizza_napoletana
Abgerufen am 29. Juli 2026.

UNESCO Intangible Cultural Heritage:
Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’. Informationen zur Aufnahme der neapolitanischen Pizzaiuolo-Kunst in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2017.
https://ich.unesco.org/en/RL/art-of-neapolitan-pizzaiuolo-00722
Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma:
La pizza. Informationen zur römischen Pizzakultur, zur dünnen und knusprigen Pizza tonda sowie zur Pizza in teglia und Pizza al taglio.
https://www.turismoroma.it/it/node/34890
Abgerufen am 29. Juli 2026.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2025/02/Pizza.jpg 1600 1200 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-09-04 08:00:002026-07-29 17:39:45Neapolitanische und römische Pizza: die Unterschiede
Tagliatelle

Selbstgemachte Pasta

28. August 2026/0 Kommentare/von Tamara

Pasta – Handwerk, Herz und Hingabe

Pasta, kaum ein anderes Lebensmittel steht so sehr für Italien wie sie. Ob frisch oder getrocknet, schlicht oder gefüllt, mit Butter oder Tomaten, Pasta ist mehr als nur eine Mahlzeit. Sie ist ein Stück Kultur, Handwerk und Lebensfreude zugleich.

„Pasta“ ist der italienische Sammelbegriff für Teigwaren, die aus einem einfachen Teig aus Mehl und Wasser oder Mehl und Ei bestehen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Hauptarten:

  • Pasta fresca: frische Pasta, meist hausgemacht, weich, mit kurzer Garzeit.
  • Pasta secca: getrocknete Pasta, haltbar und ideal für den Vorrat.

Je nach Region wird Pasta mit oder ohne Ei hergestellt. Im Norden Italiens überwiegt der zarte Eierteig, im Süden ist der kräftige Hartweizengriess mit Wasser typisch – schlicht, ehrlich und voller Biss.

Tagliatelle
Tagliatelle mit Ragu

Teigarten und ihre Eigenheiten

TeigartZutatenTypische Anwendung
EierteigWeissmehl + EierTagliatelle, Tortellini, Lasagne
WasserteigHartweizengriess + WasserOrecchiette, Cavatelli, Malloreddus
Farbiger TeigEierteig + pürierter SpinatFür besondere Optik, z. B. Tortelloni

Grundregel:
👉 100 g Mehl + 1 Ei = 1 Portion Pasta
Beim Wasserteig: ca. 50 ml Wasser pro 100 g Griess.

Vom Teig zur Pasta – mit Gefühl und Geduld

Eine gute Pasta lebt von der Handarbeit. Der Teig wird mindestens 10 Minuten geknetet, bis er glatt und elastisch ist. Danach ruht er 30–60 Minuten, um geschmeidig ausgerollt werden zu können.

Beim Ausrollen zählt Gleichmässigkeit – etwa 1–2 mm Stärke sind ideal. Dann wird geformt, geschnitten, gefüllt oder gefaltet – jede Region Italiens hat dabei ihre eigene Spezialität, vom norditalienischen Tagliatelle bis zu den apulischen Orecchiette.

Frische Pici
Pici

Pasta und Sauce – eine kulinarische Partnerschaft

In Italien wird Pasta nie einfach mit irgendeiner Sauce kombiniert. Die Form der Pasta ist entscheidend – sie bestimmt, welche Sauce am besten haftet und den Geschmack vollendet.

SauceTypPasst zu
Ragù alla Bologneselangsam geschmortTagliatelle, Garganelli
Salbeibutteraromatisch, feinTortelloni mit Ricotta-Spinat oder Kürbis
Tomatensauceklassisch, mildGarganelli, Cavatelli, gefüllte Pasta
Pesto Genoveseroh, kräuterfrischTrofie, Cavatelli, Tagliatelle

Merke:

  • Glatte Pasta = feine, flüssige Saucen
  • Gerillte/geformte Pasta = stückige oder cremige Saucen
  • Gefüllte Pasta = dezente Begleitung, die die Füllung betont

Im Norden wird reichlich Butter, Rahm und Käse verwendet, im Süden dominieren Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und Kräuter. So erzählt jede Region ihre eigene Geschichte in einem Teller Pasta.

Frische Pasta
Cavatelli

Beispiele handgemachter Pastasorten

SorteFormungTeigartPassende Saucen
CavatelliMit zwei Fingern gerollt, leicht hohlWasser + GriessTomatensauce, Broccoli, Ragù alla Barese
OrecchietteMit dem Messer abgezogen, mit Daumen geformtWasser + GriessCime di rapa, Sardellen, Knoblauchöl
GarganelliQuadrate zu Röhrchen gerolltEierteigErbsen-Rahmsauce, Speck, Ragù
BusiateSpiralförmig um Spiess gedrehtWasser + GriessPesto, Fischragù
PiciDicke Spaghetti, handgerolltWasserteigAglione (Knoblauch-Tomate), Wildragù
TagliatelleEierteig in Streifen geschnittenEierteigRagù, Pilzrahmsauce, Trüffelbutter
PappardelleBreite Bandnudeln, handgeschnittenEierteigWild- oder Entenragù

Pasta – Handwerk, Herz und Hingabe

Pasta ist mehr als Teig – sie ist ein Symbol italienischer Lebensart. Ihre Herstellung verlangt keine aufwendige Technik, sondern Hingabe, Gefühl und gute Zutaten.

Wer Pasta mit den Händen formt, erlebt, wie aus Mehl und Wasser ein Stück Kultur entsteht, schlicht, aber voller Seele. Jede Schale Pasta erzählt eine Geschichte von Gemeinschaft, Genuss und Liebe zum Handwerk.

Denn am Ende geht es, wie so oft in der italienischen Küche, nicht um Perfektion, sondern um Leidenschaft.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2026/07/Tagliatelle.jpg 1126 2000 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-08-28 08:00:002026-07-30 11:15:22Selbstgemachte Pasta

Pizza, Pinsa und Focaccia: Das sind die Unterschiede

21. August 2026/0 Kommentare/von Tamara

Pizza, Pinsa und Focaccia gehören zu den bekanntesten Klassikern der italienischen Küche. Im Zentrum steht dabei immer ein Teig, der mit wenigen Grundzutaten auskommt. Je nach Variante gehören dazu Mehl, Wasser, Hefe oder Sauerteig, Salz und Olivenöl.

Aus diesen einfachen Grundzutaten haben sich ganz unterschiedliche regionale Spezialitäten entwickelt. Eine neapolitanische Pizza hat wenig mit einer dünnen römischen Pizza gemeinsam. Eine Focaccia wird anders geformt, gewürzt und gebacken als eine Pinsa. Selbst innerhalb der einzelnen Kategorien gibt es zahlreiche regionale Varianten, welche diese Gebäcke wunderbar flexibel und abwechslungsreich machen

Was unterscheidet Pizza, Pinsa und Focaccia also voneinander? Ein Blick auf Herkunft, Teig, Form und Backweise bringt vielleicht etwas Ordnung in die italienische Teigvielfalt. Das Gebiet ist aber so gross, dass es fast unmöglich ist alle Aspekte zu erfassen.

Was haben Pizza, Pinsa und Focaccia gemeinsam?

Pizza, Pinsa und Focaccia gehören zur grossen Familie der gebackenen Fladen- und Hefeteige. Der Teig wird aus wenigen Zutaten hergestellt, darf ruhen und wird anschliessend bei hoher Temperatur gebacken.

Die Unterschiede entstehen vor allem durch:

  • die verwendeten Mehlsorten
  • den Wasseranteil im Teig
  • die Dauer der Teigruhe
  • die Form und Dicke des Teigs
  • die Backtemperatur und Backzeit
  • die Art und Menge des Belags

Die Grenzen sind dabei nicht immer eindeutig. Besonders bei Pizza und Focaccia gibt es in Italien zahlreiche regionale Varianten, die sich in Form, Konsistenz und Zubereitung teilweise stark unterscheiden.

Pizza in der Pizzaria
Pizza

Neapolitanische Pizza: weich und luftig

Die neapolitanische Pizza ist für ihre dünne, weiche Mitte und den hohen, luftigen Rand bekannt. Sie wird bei sehr hoher Temperatur nur kurz gebacken und eher sparsam belegt. Dadurch stehen der Teig und die Qualität der wenigen Zutaten im Mittelpunkt.

Seit 2017 gehört die Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Gemeint ist damit nicht die Pizza selbst, sondern das traditionelle Handwerk rund um die Teigherstellung, das Formen und das Backen.

Römische Pizza: dünn und knusprig

Die runde römische Pizza ist deutlich dünner und knuspriger als die neapolitanische Variante. Sie wird länger gebacken und besitzt normalerweise keinen stark aufgegangenen Rand.

In Rom gibt es jedoch nicht nur diese eine Pizzaform. Auch rechteckige Blechpizzas sowie Pizza al taglio, die in Stücke geschnitten verkauft wird, gehören zur römischen Pizzakultur.

Lange Zeit war die dünne, knusprige Pizza auch die Variante, die bei uns in den Pizzerien erhältlich war. Inzwischen werden jedoch häufig auch neapolitanische Pizzas und Pinsa angeboten.

Pinsa Romana auf einem Holzbrett
Pinsa Romana

Pinsa: alte Bezüge und moderne Rezeptur

Die Pinsa wird häufig mit einfachen Fladenbroten aus dem antiken Rom in Verbindung gebracht. Die Pinsa Romana, wie wir sie heute kennen, ist allerdings eine moderne Weiterentwicklung.

Typisch sind ihre ovale Form, ein hoher Wasseranteil und eine längere Teigführung. Häufig wird eine Mischung aus Weizen-, Reis- und Sojamehl verwendet. Dadurch wird der Teig innen luftig und bleibt aussen knusprig.

Wie schnell ein Gericht durch eine Fernsehsendung bekannt werden kann, habe ich Anfang 2020 selbst erlebt. Nachdem Galileo die Pinsa in einer Sendung vorgestellt hatte, gingen die Aufrufe meines bereits zuvor veröffentlichten Pinsa-Rezepts durch die Decke.

Mein Rezept für Pinsa Romana

Focaccia Svizzera im Anschnitt
Focaccia Svizzera

Focaccia: weich, aromatisch und vielseitig

Focaccia ist ein italienisches Fladenbrot, das besonders eng mit der ligurischen Küche verbunden ist. Der Teig ist meist dicker und weicher als ein klassischer Pizzateig. Charakteristisch sind die mit den Fingern eingedrückten Vertiefungen sowie reichlich Olivenöl und Salz auf der Oberfläche.

Focaccia kann schlicht mit Rosmarin serviert oder mit Oliven, Zwiebeln, Tomaten und anderem Gemüse ergänzt werden. Sie passt als Beilage, zum Apéro oder als eigenständige Mahlzeit.

Auch bei Focaccia gibt es unterschiedliche regionale Varianten. Nicht jede davon ist dick und luftig: Die Focaccia di Recco besteht beispielsweise aus zwei sehr dünnen Teigschichten mit einer Käsefüllung.

Mein Rezept für Focaccia Svizzera

Pizza, Pinsa und Focaccia im kurzen Vergleich

SpezialitätTypische FormKonsistenzBesonderheit
Neapolitanische Pizzarundweiche Mitte mit luftigem Randsehr kurze Backzeit bei hoher Temperatur
Römische Pizzarund oder rechteckigje nach Variante dünn und knusprig oder höher und luftigverschiedene römische Pizzaformen
Pinsameist ovalinnen luftig, aussen knusprighäufig besondere Mehlmischung und lange Teigführung
Focacciarund oder rechteckigmeist dicker und weichOlivenöl und typische Vertiefungen

Die Merkmale in der Tabelle dienen als Orientierung. Innerhalb jeder Kategorie gibt es unterschiedliche Rezepte und regionale Ausführungen.

Welche Variante passt zu wem?

Wer einen weichen Teig mit einem hohen, luftigen Rand mag, greift wahrscheinlich am liebsten zur neapolitanischen Pizza. Für alle, die einen dünnen und knusprigen Boden bevorzugen, ist die römische Pizza tonda eine gute Wahl.

Pinsa passt zu allen, die einen luftigen Teig mit knuspriger Oberfläche und vielseitigen Belagsmöglichkeiten mögen. Focaccia ist besonders unkompliziert und lässt sich als Beilage, zum Apéro oder als kleines Essen servieren. Welche Variante die beste ist, lässt sich kaum allgemein beantworten.


Quellen und weiterführende Informationen

Associazione Verace Pizza Napoletana
International Regulations – Vera Pizza Napoletana
Informationen zu den Merkmalen, zur Herstellung und zur traditionellen Backweise der neapolitanischen Pizza. Abgerufen am 29. Juli 2026.

UNESCO Intangible Cultural Heritage
Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’
Informationen zur Aufnahme der Kunst des neapolitanischen Pizzaiuolo in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2017. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma
La pizza
Informationen zur römischen Pizza tonda, zur knusprigen Scrocchiarella sowie zu Pizza al taglio und weiteren römischen Pizzaformen. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Turismo Roma
La Pinsa Romana
Informationen zur modernen Entwicklung der Pinsa Romana, zu ihrer ovalen Form, zur Mehlmischung und zur Abgrenzung von der häufig erzählten antiken Ursprungsgeschichte. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Di Marco – Herstellerinformation
Die Geschichte der Pinsa Romana
Herstellerangaben zur Entwicklung der modernen Pinsa durch Corrado Di Marco und zu den Merkmalen der ursprünglichen Mehlmischung. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Italia.it
11 typische Produkte aus Ligurien
Informationen zur Focaccia genovese, zu ihren typischen Vertiefungen und Belägen sowie zur Focaccia di Recco. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Joyn / ProSieben
Galileo – Pizza weltweit 3.0
Galileo-Folge vom 26. Januar 2020, in der die Pinsa einem breiten Publikum vorgestellt wurde. Abgerufen am 29. Juli 2026.

https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2026/08/PizzaTitelbild.jpg 1128 2000 Tamara https://cakescookiesandmore.ch/wp-content/uploads/2018/06/katherineschmidt.png Tamara2026-08-21 08:00:002026-07-29 17:41:13Pizza, Pinsa und Focaccia: Das sind die Unterschiede

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